Kunstschmied und Restaurator Bernd Helmich
Arbeiten für den Denkmalschutz

Metallrestaurator Bernd Helmich in seiner Werkstatt.
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  • Metallrestaurator Bernd Helmich in seiner Werkstatt.
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Seit drei Jahren steht das schmucke Gebäude im Hinterland der Wegedornstraße. Hier hat Bernd Helmich (57), Kunstschmied und Restaurator, seinen Firmensitz.

Gelernt hat er das Handwerk in der vom Kunstschmied Artur Kühn (1883-1944), dem Großvater des bekannten Kunstschmieds Achim Kühn gegründeten und 1972 verstaatlichten VEB Kunstschmiede Weißensee.

„In der Wendezeit wollte ich mich selbstständig machen. In Berlin waren für einen privaten, künstlerisch orientierten Handwerker aber keine Gewerberäume zu bekommen“, sagt Bernd Helmich. Die Firma wurde dann in einem früheren Bauernhof in der Prignitz gegründet. Zwei Jahre später hat es mit Gewerberäumen in Berlin geklappt. Mehrere Jahre residierte Helmich in einer früheren Fensterfabrik in Adlershof. „Vor neun Jahren konnte ich dann das Grundstück an der Wegedornstraße ersteigern und habe hier einen modernen Firmensitz aufgebaut. Vor drei Jahren war unser Werkstattgebäude fertig“, sagt er.Dort fertigen er, mehrere Mitarbeiter und drei Lehrlinge Stadtmöbel aus Metall und anderes an. Schwerpunkt ist aber die Denkmalpflege. Vor der Werkstatt stehen mehrere Zinkskulpturen eines bayerischen Schlosses, außerdem die Skulptur von einem Brunnen an der Frankfurter Allee, der für ein Wohnungsbauprojekt zeitweise abgebaut werden musste. In der Werkstatt liegt ein Jesus aus Zinkguss. Daran arbeitet gerade Mitarbeiter Sascha Rhode. Mit dem Lötbrenner schließt er ein paar Löcher, die der Zahn der Zeit in die Figur gefressen hat. Sie gehört zum Friedhof Nordend (Bezirk Pankow)  und braucht nach rund 100 Jahren eine Art Generalkur. „Zinkguss war damals ein billiges Verfahren, die Figuren waren Massenproduktion. Sie sind nicht so haltbar wie Bronze, die Restaurierung ist recht aufwendig“, erklärt Firmenchef Bernd Helmich.

Er hat in den letzten Jahren schon größere Plastiken in seiner Werkstatt gehabt, darunter den Drachentöter Georg aus dem Nikolaiviertel. Für seinen beruflichen Einsatz in Sachen Denkmalpflege wurde er 2017 mit dem „Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege“ ausgezeichnet. Dieser wurde gemeinsam vom Regierenden Bürgermeister, dem Zentralverband des Deutschen Handwerks und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vergeben.

Auch in Zukunft will Bernd Helmich weiter eigenen Nachwuchs ausbilden. „In unserer Branche findet man die Experten nicht auf der Straße. Und wir haben viel zu tun, bis 2020 sind die Auftragsbücher gut gefüllt“, erklärt Bernd Helmich.

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