Klares Wasser, Glasmacherhäuser und ein Institut zur Gewässerökologie und Binnenfischerei
Neuglobsow und der Große Stechlinsee - auf Fontanes Spuren und Strittmatters Schulzenhof

Badestelle am Großen Stechlinsee in Neuglobsow
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  • Badestelle am Großen Stechlinsee in Neuglobsow
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Guter Rat  (auch für Französisch Buchholz)
An einem Sommermorgen
Da nimm den Wanderstab,
Es fallen Deine Sorgen
Wie Nebel von Dir ab.

Theodor Fontane

Es ist als wäre Fontane unter uns, wenn wir Buchholzer uns bereits wieder mit neuen Bauplänen für den Norden Pankows auseinandersetzen müssen. Da hilft es schon, die sprichtwörtlichen Wanderschuhe anzuziehen und in der weitläufigen Mark Brandenburg bis zur Ruppiner Landschaft Ruhe und Eintracht zu suchen. Viele Orte bieten sich an. Heute: Neuglobsow und der Große Stechlinsee. Wie Französisch Buchholz reich an Findlingen durch eiszeitliche Prägung.

Der Große Stechlinsee - ein wunderbares Ziel und die am Wege liegenden Haltepunkte mit Kunst und Touristikangeboten dorthin sind einladend und bildend. Ruhe und Schönheit der Natur, nicht nur Fontane – natürlich im Fontane-Jahr durch Kulturland Brandenburg besonders geehrt – auch Hans Fallada machte Ferien in Neuglobsow. Wie Dichter oft im Augenblick der Überraschung empfinden, schreibt er: „Es war das Verlassenste, Einsamste, Schönste, was man sich nur denken konnte“ (Fallada, Damals bei uns Daheim).

Im Fontane-Haus & Restaurant Neuglobsow, eines der vielen historischen, gut gepflegten Fachwerkhäuser, erfahren die Wandernden gute Küche, vor allem Fisch und Wild. Mit anderen Worten, um den sagenhaften Stechlin und den schönen Dagowsee hat die Dichtkunst ihren Honig aus den Waben der Natur „geschleudert“ und die Liebe zur eiszeitlich geprägten Heimat ist allgegenwärtig. Selten finden die Wanderer gleich im Ort ein kleines Museum mit Touristik-Information, das täglich geöffnet ist und nur in der kalten Jahreszeit eingeschränkte Öffnungszeiten hat. Was für ein Service in solch kleinem Ort! Der Stechlin-Radweg entlang des alten Bahndammes und ein Anschluss an den Fernradweg Berlin - Kopenhagen - das ist Neuglobsow! Fürstenberg an der Havel ist ganz nah.

Überhaupt wird dem Ankommenden signalisiert: Hier bist Du willkommen. Ein modernes, mit nachhaltig verwendetem Baumaterial errichtetes Jugendhaus gegenüber dem „Luisenhof Stechlin“ lädt mit seinem Café GLASKLAR zu frischen Köstlichkeiten und einem frisch gemixten Früchte-Eis ein. Viel zur Geschichte erfährt man an Wegzeichen, die mit einem grafischen Symbol gekennzeichnet sind: der Rote Hahn als Symbol für den Großen Stechlinsee zu einem Fußabdruck geformt – wohl der Fuß des Wanderers. Die Kleine Kirche erzählt viel zu ihrer Geschichte und zu ihrem Wiederaufbau 1951.

Neuglobsow dann nach so viel Gastfreundschaft (mit guten Parkplätzen) zu verlassen fällt schwer. Aber der dritte Literaturort in der Nähe des Großen Stechlin ist Schulzenhof, das man über Dollgow erreicht. Hier ist das Lebens-Erbe der Lyrikerin Eva Strittmatter und des Schriftstellers Erwin Strittmatter auf dem Schulzenhof verwahrt. Das literarische Archiv befindet sich in der Akademie der Künste zu Berlin. Mit regelmäßigen Öffnungstagen und einem Tag der Offenen Tür lädt der privat geführte Dichterort (demnächst Sa 17.8.2019, 10.30 – 17 Uhr, bitte unbedingt anfragen: Festnetz 03308250296) Literaturinteressierte an den Lebensort der Strittmatters. Ein großes Gehöft, das Schulzenhof linkerhand an den Wiesen charakterisiert. Zudem gibt es einen Erwin-Strittmatter-Verein, Kontakt: bohsdorf@strittmatter-verein.de Die Gräber der Strittmatters liegen auf dem Waldfriedhof an der Straße nach Dollgow – zwei einander zugewandte größere Findlinge krönen die liebevoll gepflegten Gedenkorte, denen gegenüber auch das Grab des Sohnes Matthes Strittmatter liegt.

Auf dem Rückweg nach Berlin ist die Einkehr in die EREMITAGE GRANSEE quasi Pflicht. In einem alten Speicher produziert seit Jahrzehnten der Graphiker Marc Berger die phantasievollste Graphik und Druckkunst. Die besten Graphiker und Graphikerinnen gehören zu seinen Galeriegästen.

Ein großartiges Programm zu allen traditionellen Drucktechniken überhaupt wird von diesem genialen Jünger der Schwarzen Kunst am Leben gehalten – auch mit Kursen, Workshops und Praktika im sog. „V.E.B. SCHWARZDRUCK“ http://www.edition-schwarzdruck.de/?page_id=1613 So ist es kein Zufall, dass wir Marc Berger mit seinem Vater beim Drucken antreffen. Und natürlich bei der Vorbereitung der nächsten Ausstellung: Graphik von 7 x M, Eröffnung am 10.8.2019, 16 Uhr. An diesen Ort der „Literatur und Grafik und kritisch-pessimistischen Hilfestellungen zum Zeitgeschehen“ kehrt man doch gern immer wieder zurück und gern kehrt man hier auch ein – in die EREMITAGE GRANSEE.

Anne Schäfer-Junker (anne.junker@gmx.de )

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