Ab ins Archiv
Akademie der Wissenschaften übernimmt „Erinnerung“ des Grips-Theaters

Das 1972 erfundene kleine schwarze Grips-Ding guckt froh und dankbar aus der Archivkiste.
  • Das 1972 erfundene kleine schwarze Grips-Ding guckt froh und dankbar aus der Archivkiste.
  • Foto: Grips
  • hochgeladen von Karen Noetzel

Über eine Million Dokumente verwahrt die Akademie der Künste, darunter 3000 Regalmeter Schriftgut zum deutschsprachigen Theater des 20. und 21. Jahrhunderts. Jetzt sind in dieser Abteilung 30 Regalmeter hinzugekommen.

Die Akademie der Künste hat das Archiv des Grips-Theaters übernommen. Es wird nun im Archiv der Akademie am Robert-Koch-Platz 10 in Mitte wissenschaftlich erschlossen „und für die Nutzung durch eine breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht“, erläutert Grips-Sprecherin Anja Kraus.

Zuletzt lagerte die „Erinnerung“ des Grips-Theaters im Haupthaus des 1969 von Volker Ludwig gegründeten Berliner Kinder- und Jugendtheaters am Hansaplatz: 230 Stückordner, 25 Umzugskartons mit Kontakten und Szenenfotos der einzelnen Bühnenproduktionen, unzählige Schübe mit Plakaten, pädagogischen Materialien für Schulen und andere Bildungseinrichtungen, Programmheften, Rezensionen, Preisen und Urkunden.

In das ehemalige Kino im Hansaviertel war das Grips-Theater, das in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiern kann, 1974 gezogen. Zuvor wurde, ebenfalls in einem alten Kino, in der Ludwigkirchstraße 6 in Wilmersdorf gespielt. Es gehörte dem „Reichskabarett“, der von Volker Ludwig und Günter Schäfer geleiteten politischen Kabarettbühne der Westberliner Studentenbewegung, der „Urzelle“ des Grips-Theaters. Danach fand Ludwigs Bühne seine Spielstätte im seinerzeitigen Forum-Theater im ersten Stock des Hauses Kurfürstendamm 203. Und die Archivkisten zogen immer mit um.

„Das Grips-Theater ist nicht nur ein innovatives Kinder- und Jugendtheater, das über Berlin und Deutschland hinaus Generationen zu kritischem Denken angeregt hat“, meint Werner Heegewaldt, Direktor des Archivs der Akademie der Künste. „Es ist ein Stück (West-)Berliner Kulturgeschichte. Deshalb war klar, sein Archiv muss zu uns“, so Heegewaldt.

„Dass die Akademie der Künste das Grips-Archiv unter seine Obhut genommen hat, ist eine ganz besondere Ehre“, sagt der Gründer und langjährige Leiter des Theaters, Volker Ludwig. Er sei dankbar und stolz, so Ludwig. „Meine fünfzig Jahre andauernden mühseligen Kämpfe um die Anerkennung eines Kinder- und Jugendtheaters als gleichwertig neben den anderen renommierten Bühnen Berlins sind damit aufs Glücklichste belohnt worden.“

Ein Archiv gewährt den Blick zurück. Volker Ludwigs Nachfolger Philipp Harpain schaut nach vorne. Er hat ein Buch über die vergangenen und die zukünftigen 50 Jahre des Grips herausgegeben: Für die Zukunft. 50 Jahre GRIPS Theater. Mit Bildern von David Baltzer und Beiträgen von Milena Baisch, Volker Ludwig, Ersan Mondtag, Anke Stelling, Rüdiger Schaper und anderen. Erschienen ist das 256 Seiten starke Paperback im Alexander Verlag Berlin. Es ist für 19,90 Euro im Buchhandel erhältlich.

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