Amtsgericht verhandelt im November über Räumung

Wo bis August noch das Tor zum Vereinsgelände war, stehen jetzt Mülltonnen. Für Vereinschef Christian Littmann ist das reine Schikane.
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Kladow. Der Streit zwischen dem Sportfischerverein Nord-West und dem Bezirksamt geht weiter. Die Sportfischer weigern sich, ihr gekündigtes Grundstück zu verlassen. Nun hat das Bezirksamt den Verein auf Räumung verklagt.

Verhandelt wird die Räumungsklage am 6. November vor dem Amtsgericht Spandau. Die Sportfischer sollen das Vereinsgrundstück am Sakrower Kirchweg 83 nach 57 Jahren "vollständig geräumt und gesäubert herausgeben", heißt es in der Klageschrift. Kläger ist das Bezirksamt Spandau, dem das 1154 Quadratmeter große Grundstück gehört. Es grenzt an den Fränkelschen Landhausgarten. Die Sportfischer sollen weichen, um Platz für eine touristische Erschließung des Landhausgartens zu schaffen (wir berichteten). Wo jetzt noch die Boote der Angler festgemacht sind, sollen spätestens ab 2015 Wasserwanderer anlegen. Das Bezirksamt kündigte dem Verein daher den jeweils für ein Jahr befristeten Mietvertrag zum 31. März dieses Jahres. Die Sportfischer suchten sich daraufhin einen Rechtsanwalt und widersprachen der Kündigung. Ihr Argument: Nach dem Berliner Sportfördergesetz gilt der Grundsatz, öffentliche Sportvereine zu erhalten. Denn ohne Grundstück sieht der Verein keine Zukunft für sich. "Freie Wassergrundstücke gibt es in Spandau nicht, und wenn, dann sind sie zu teuer", sagt Vereinschef Christian Littmann. Doch das Bezirksamt macht Druck, denn die 2,9 Millionen Euro Fördermittel für den Landhausgarten stehen nur bis Ende 2013 bereit. Die Bauarbeiten haben deshalb bereits begonnen. "Uns wurde der Wasseranschluss gesperrt und die Toilette abgerissen, obwohl unser Widerspruch zur Kündigung noch nicht entschieden ist", sagt Christian Littmann. Weil die Terrasse auf dem oberen Grundstücksteil abgetragen wurde, sei das Vereinsgrundstück nur noch schwer zu erreichen. "Der Weg ist unbefestigt und voller Stolperkanten. Wir müssen Umwege laufen und Bauzäune wegrücken. Das ist doch reine Schikane."

Trotzdem wollen die Fischer, die seit 1955 das Grundstück nutzen, dort bleiben und zwar solange, bis alle Rechtsmittel ausgeschöpft sind. Sollte die Räumung dennoch nicht zu verhindern sein, will das Bezirksamt die Abrisskosten für die Vereinsgebäude über rund 30 000 Euro übernehmen.

Ulrike Kiefert / uk
Autor:

Ulrike Kiefert aus Mitte

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