(Kein) Alarm
Sieben Freiwillige Feuerwehren drohen mit der Einstellung des Dienstbetriebs schon im März

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Stellen sie sich vor, es brennt und Hilfe kommt mit Verspätung, weil die Freiwillige Feuerwehr in der Wache bleibt und Sie auf die Berufsfeuerwehr warten müssen. Genau das droht im Bereich des früheren Bezirks Köpenick bereits Ende März.

Damit wehren sich sieben Freiwillige Feuerwehren aus Köpenick, Wilhelmshagen, Schmöckwitz, Grünau, Friedrichshagen, Müggelheim und Rauchfangswerder gegen weitere Verzögerungen beim geplanten Bau drei neuer Wachen. „Trotz der ständig steigenden Einsatzzahlen und der steigenden Belastung der Kameraden wächst die Infrastruktur der Feuerwachen nicht mit. Die Gebäude sind zum Teil 100 Jahre alt und noch für Pferdekutschen ausgelegt“, schreiben die Wehrleiter in einem offenen Brief, unter anderem an Bürgermeister Oliver Igel, die Umweltsenatorin und die Fraktionen im Abgeordnetenhaus. Und drohen mit Konsequenzen. Sollten nicht kurzfristig Entscheidungen zum Bau der Wachen für die Standorte Schmöckwitz, Müggelheim und Grünau getroffen werden, wird am 7. März der Katastrophenschutz in den sieben Wachbereichen außer Dienst gehen. Ab 21. März werden Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung eingestellt, ab 4. April gibt es keine medizinische Hilfeleistung mit First Responder und am 18. April würden die Kameraden die Arbeit mit den Jugendwehren einstellen.

Das Geld für den Bau der Wachen ist bewilligt. Ärger gibt es um die Standorte. Ortstermin in Müggelheim. Hier gibt es seit 1922 eine Freiwillige Feuerwehr, die aktuell 19 Kameraden haben ihr 1926 errichtetes Wachgebäude am Krampenburger Weg. „Die nächsten sechs Kameraden stehen kurz vor der Dienstaufnahme. Unser Wachgebäude platzt aus allen Nähten, die Garderobenständer mit der Einsatzkleidung stehen in der Fahrzeughalle“, berichtet Wehrleiter Hauptbrandmeister Sören Vieth.

Pläne für eine neue Wache gibt es seit drei Jahren. Die Müggelheimer sollen eine in Modulbauweise bekommen, ähnlich der in Rauchfangswerder errichteten. Dort hatte es mehrere Jahre Streit um ein Grundstück gegeben, weil sich die Berliner Forsten gegen die Fällung einiger märkischer Kiefern gesträubt hatten.

In Müggelheim war erst geplant, das Nachbargrundstück mit der nicht mehr benötigten Buswendeschleife der BVG für den Neubau zu nutzen. „Davon will sich die BVG nicht trennen. Und auf dem uns dann versprochenen Areal an der Odernheimer Straße haben die Naturschützer des Bezirksamts jetzt ein Trockenrasenbiotop entdeckt. Die fordern ein Umweltgutachten, für das drei Vegetationsperioden ausgewertet werden sollen. Wir können doch nicht noch einmal drei Jahre mit dem Neubau warten“, ärgert sich Vieth.

Das fordern die Leiter des Freiwilligen Feuerwehren im Bereich Köpenick: Für das Grundstück an der Godbersenstraße die Umwandlung von Wald in Bauland und die sofortige Zeichnung der Baugenehmigung für die neue Feuerwache Schmöckwitz. Für Müggelheim einen konkreten Zeitplan und eine Lösung für das Grundstück Odernheimer Straße. Und für die neue Feuerwache Wilhelmshagen sollen der Standort Grünheider Weg 113 und Fürstenwalder Allee 138 noch einmal geprüft werden. Hier gibt es auch Kritik, nachdem das kommunale Wohnungsunternehmen Stadt und Land auf die Bitte, jungen Feuerwehrleuten vor Ort Wohnraum zur Verfügung zu stellen, mit einer Absage reagiert hatte. „Sollen bis 6. März keine greifbaren Ergebnisse vorliegen, sehen wir uns gezwungen, mit Nachdruck auf die prekäre Situation hinzuweisen“, schreiben die sieben Wehrleiter.

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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