Brandanschlag auf Karnevals-LKW der Röntgen-Schule

Der LKW der Polizei wurde mitten in der Nacht auf dem Schulhof der Röntgen-Schule angezündet und brannte völlig aus. (Foto: Detlef Pawollek)
Berlin: Röntgen-Schule |

Neukölln. Fast wäre die Teilnahme von Schülern der Röntgen-Schule am Karnevalsumzug der Kulturen geplatzt. Schuld daran war ein Brandanschlag, der in der Nacht zum 12. Mai auf den dafür vorbereiteten LKW verübt wurde.

Es war ein trauriges Bild, das sich den Schülern der Röntgen-Schule an der Wildenbruchstraße 53 am Morgen des 12. Mai bot. Von dem LKW, den sie über lange Zeit liebevoll für den Karnevalsumzug mit aus Holzplatten ausgeschnittenen Tiermotiven geschmückt hatten, war kaum noch etwas übrig. Nachts gegen 2.40 Uhr hatte der auf dem Schulhof stehende LKW, eine Leihgabe der Polizei, auf dem Schulhof angefangen zu brennen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Täter konnten bisher nicht ermittelt werden. „Es war nicht zu übersehen, dass dies ein Schulprojekt war. Meine Schüler waren alle sehr betroffen. Sie haben die Welt nicht mehr verstanden“, sagt Heinz Haberland, Lehrer und stellvertretender Schulleiter an der Sekundarschule.

Seine Schüler gestalteten den Karnevalswagen und fertigten die aufwendigen Aufbauten zum „Großstadtdschungel“ an. Seit 2007 besteht dieses Projekt in Kooperation mit der Musikschule Paul Hindemith Neukölln und der Polizei. Die Musikschule steuert das Musikprogramm mit Big Band, Sängern der Musicalabteilung und Kinderchor bei, die Polizei stellt das Fahrzeug, den Fahrer und hilft beim Aufbau. Der Karnevalswagen war schon mehrfach preisgekrönt worden. Der Brandanschlag schien dies nun mit einem Schlag zunichte zu machen. Heinz Haberland sagte die Teilnahme der Schule am Umzug zunächst ab.

Die Polizei stellte dann jedoch einen neuen LKW zur Verfügung. Der Anhänger war glücklicherweise unversehrt geblieben. Bildungsstadtrat Jan-Christopher Rämer (SPD), für den der Anschlag „zur feigsten Form vermeintlichen Protests“ gehört, organisierte eine Spende von einer Holzfirma. Die Schule meldete sich schnell wieder zum Umzug an. „Wir werden trotzdem dabei sein. Nach dem Motto: Jetzt erst recht!“, sagte der Lehrer zwei Tage vor der Veranstaltung. Zwei weitere Spender hatten sich bis dahin auch schon gefunden. Eine Blumenhandlung stiftete Blumen, eine Druckerei nutzte Fotos als Vorlage für Transparente, die den neuen Wagen zierten. SB
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