BVG unterstützt Obdachlosen-Spezialisten der Stadtmission

Traumjob: Sozialarbeit. Claudia Haubrich kümmert sich um Härtefälle. (Foto: Thomas Schubert)

Charlottenburg. Wen psychische Krankheit, Suchtmittel oder Schicksalsschläge um eine feste Bleibe brachten, der landet früher oder später vor Bahnhöfen oder Wartehäuschen. Nun nimmt die BVG 40.000 Euro in die Hand – und unterstützt mobile Einzelfallhelfer, die Wohnungslose vor dem Schlimmsten bewahren.

Die ramponierte Eingangstür der Bahnhofsmission, das ist das Zeichen. Daran erkennt Claudia Haubrich, dass sie den richtigen Beruf ergriff. Dass es Sinn macht, Obdachlose wieder hineinzuholen die Gesellschaft. „Für diese Menschen wird alles zum Kampf. Manche wissen nicht einmal mehr, wie sie heißen“, sagt die junge Frau, die sich Tag für Tag um die schwer Gezeichneten müht. Um Menschen, die zu sehr durch ihre Leiden beeinträchtigt sind, um noch selbstständig Unterlagen für einen Personalausweis zu beschriften. Sie reicht ihnen die Hand zur Rückkehr in ein geregeltes Leben. Und holt sie ab an den Bahnhöfen der BVG. Dass Haubrich nun mit zwei weiteren mobilen Einzelfallhelfern dorthin ausrücken kann und dadurch womöglich Leben rettet, verdankt sie einer neuen Partnerschaft der Berliner Stadtmission mit den Verkehrsbetrieben.

40.000 Euro hat BVG-Chefin Sigrid Nikutta überweisen lassen, um in der Bahnhofsmission am Zoologischen Garten eine weitere Sozialarbeiter-Stelle zu schaffen. Dazu kommen nochmals rund 4000 Euro, gespendet von Fahrgäste bei den Feierlichkeiten zum 150. Staßenbahnjubiläum. „Dies ist eine Antwort auf die prekäre Situation von obdachlosen Menschen in Berlin“, bedankte sich Stadtmission-Vorstand Martin Zwick. Dass die Unterstützung im Umfeld des Bahnhof Zoo richtig platziert ist, daran bestehen für Nikutta keine Zweifel: „Hier fahren unsere modernsten Busse. Und gleichzeitig verweilen Menschen, die nicht wissen, wo sie übernachten sollen. Hier findet man die Gegensätze der Stadt auf engstem Raum.“

Aber schon einmal, erinnert sich Zwick, musste man die aufwendige Hilfe aus Kostengründen einstellen. Erst als sich die Deutsche Bahn Stiftung der mobilen Einzelfallhilfe annahm, erhielt das Projekt einen sicheren Rahmen. Mit Hilfe der BVG hat sich die Basis für erfolgreiche Sozialarbeit nun verbreitet. Und zugleich werden die Bedingungen für Obdachlosen-Spezialisten wie Claudia Haubrich und Ralf Sponholz noch schwerer.

Denn mit Verschärfung der Flüchtlingskrise hat sich die Zahl derer, die auf der Straße schlafen, abermals erhöht. Wer als Flüchtling vor dem LaGeSo in Moabit ausharren muss, nächtigt mit den schätzungsweise 5000 dauerhaft Wohnungslosen der Stadt. „Es vermischt sich“, sagt Sponholz – aus seiner Sicht jedoch kein unlösbares Problem. Man müsste zur Abhilfe die Kräfte aller verantwortlichen Instanzen bündeln und käme so zu menschenwürdigen Lösungen. Wie nun bei Stadtmission und BVG. tsc
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