Bürgermeisterin Monika Herrmann hält E-Autorennen für völlig daneben

Friedrichshain. Am 21. Mai soll es in Berlin erneut ein Straßenrennen im Rahmen der Formula E-Weltmeisterschaft für Elektroautos geben.

Die Strecke führt nach bisherigen Planungen vorwiegend über die Karl-Marx-Allee in Mitte. Aber auch Friedrichshain ist tangiert. Denn am Strausberger Platz sollen die Rennwagen nach rechts in die Lichtenberger Straße abbiegen. Sie ist bis zur Kreuzung Singerstraße Teil des temporären Motodroms. Dort wenden die Fahrzeuge, fahren zurück zum Strausberger Platz und zum Start und Ziel am Kino International.

Noch muss die Veranstaltung von der Verkehrslenkung Berlin genehmigt werden. Das wird wohl passieren. Schon, weil der Senat hinter dem Event der Elektroflitzer steht.

Bürgermeisterin Monika Herrmann (Bündnis 90/Grüne) hält das Kräftemessen der bis zu 230 Kilometer schnellen Elektroflitzer mitten in der Stadt dagegen für aberwitzig. Für so etwas gebe es den Lausitzring, aber nicht eine der am meisten befahrenen Straßen Berlins mit ihren Feinstaubproblemen. Darüber hinaus wäre die wahrscheinlich tagelang gesperrt.

Gnädiger stimmt sie auch nicht, dass der Motorsportverband FIA, Ausrichter der Veranstaltung, anscheinend angeboten hat, der Lichtenberger Straße einen neuen Asphalt zu spendieren. "Wenn die uns Geld geben wollen, dann lieber für neue Radwege", so Herrmann. Möglicherweise ist die Belagspende auch im Zusammenhang mit dem Voraussetzungen für den Streckenparcours zu sehen. Und dass ausgerechnet die Verkehrslenkung Berlin, die sonst bei jeder Ampel und jedem Radweg ewige Zeit für eine Prüfung brauche, für ein Autorennen ziemlich Tempo macht, ärgert die Bürgermeisterin ebenfalls. "Wieder einmal zelebriert der Senat auf dem Rücken der Bezirke ein Großereignis", moniert sie.

Die E-WM gastierte bereits 2015 in Berlin, damals auf dem Tempelhofer Feld. Weil in den Hangars inzwischen Flüchtlinge leben, wird es dort keine Neuauflage geben. Als Alternative war auch die Mühlenstraße im Gespräch. Das wurde verworfen, denn entlang der East Side Gallery soll dieses Jahr der Gehweg verbreitert werden. tf
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