Mindestens neun sexuelle Übergriffe beim Karneval der Kulturen

Kreuzberg. Mittlerweile haben sich neun Frauen bei der Polizei gemeldet, die angaben, während des Karnevals der Kulturen am Pfingstwochenende sexuell genötigt worden zu sein.

Die Polizei schließt aber nicht aus, dass die Zahl der Betroffenen weiter ansteigen könnte. Denn mehrere Frauen hatten angegeben, sie seien mit Bekannten unterwegs gewesen, denen gleiches passiert sei.

Bereits während des Karnevals waren die ersten Vorfälle bekannt geworden. Am Abend des 14. Mai wurden zwei junge Frauen am Blücherplatz von etwa zehn Männern umringt, bedrängt und angefasst. Einer der beiden wurde dabei auch das Smartphone gestohlen.

Drei Verdächtige im Alter von 14 und 17 Jahren konnte die Polizei kurz darauf ermitteln. Bei zwei von ihnen handelte es sich um türkische Staatsangehörige, bei einem war die Staatszugehörigkeit zunächst unklar. Die Festnahmen gelangen auch deshalb, weil ein Besucher den Übergriff mit seinem Handy gefilmt hatte und dabei ebenfalls bedroht worden war. Das Trio war bereits wegen anderer Straftaten bekannt. Bei einem von ihnen fand sich auch das entwendete Mobitelefon.

Ebenfalls auf dem Blücherplatz war schon am 13. Mai eine 16-Jährige Opfer eines Übergriffs geworden. Dieser Vorfall wurde der Polizei erst durch eine Anzeige am 16. Mai bekannt. Weitere Taten haben sich auch am Waterloo-Ufer sowie am Mehringdamm ereignet.

Neben den Fällen von sexueller Nötigung gab es auf dem Karneval der Kulturen zahlreiche Tachendiebstähle vor allem durch sogenannte Antänzer. Rund ein Dutzend Verdächtige konnten dabei festgenommen werden. Laut Polizei waren das vor allem um Männer aus Nordafrika.

Innensenator Frank Henkel (CDU) bezeichnete die Übergriffe als erniedrigend und frauenverachtend. Gleichzeitig hob er die Zivilcourage anderer Besucher hervor. Auch die Einsatzkräfte seien präsent gewesen und hätten entschlossen gehandelt.

Zum Karneval der Kulturen waren insgesamt mehr als 600 000 Menschen gekommen. Daran gemessen habe es keine ungewöhnlich hohe Zahl an Straftaten gegeben, wertet die Polizei. Aber es waren eben mehr als nur Einzelfälle. tf
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