Grundstein für Forschungsgebäude am Campus Nord gelegt

Geschwungene Fassaden, grünes Metall: Uni-intern heißt das neue Laborgebäude "die grüne Amöbe". (Foto: Animation: Bodamer Faber Architekten)

Mitte. Die biologischen Institute der Humboldt-Universität bekommen an der Hannoverschen Straße/Ecke Philippstraße einen neuen Forschungstempel.

Einen Spitznamen hat das markante Gebäude am Fuße des Charité-Bettenhauses schon, bevor es steht: "Bei uns heißt das Haus nur die grüne Amöbe", sagte der Präsident der Humboldt-Universität, Jan Hendrik Olbertz, bei der Grundsteinlegung mit Senatsbaudirektorin Regula Lüscher.

Den Namen verdankt der gläserne Forschungspalast seiner geschwungenen Form mit runden Fassaden und dem umlaufenden Band aus grün-silbernen Aluminiumplatten. Das Dach des neuen Forschungs- und Laborgebäudes für die Lebenswissenschaften der Humboldt-Universität wird komplett begrünt. Dazu gibt es vor dem Haus einen großen grünen Innenhof. Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen werden in dem lichtdurchfluteten Gebäude in über 100 Hightech-Laboren forschen. Die Humboldt-Uni konzentriert hier die zurzeit auf vier Standorte verteilten Forschungslabore der verschiedenen biologischen Institute.

Unter dem Begriff "Lebenswissenschaften" versteht man Forschungsrichtungen und Studiengänge, die sich mit Prozessen oder Strukturen von Lebewesen beschäftigen oder an denen Lebewesen beteiligt sind. Neben der Biologie umfassen die Lebenswissenschaften auch verwandte Bereiche wie Medizin, Biomedizin, Biochemie, Molekularbiologie, Biophysik oder Bioinformatik und reichen bis in die Human- und Sozialwissenschaften hinein.

Für den Neubau am nördlichen Rand des Campus’ der Humboldt-Universität mit den zahlreichen Backsteingebäuden, die in vergangenen 300 Jahren auf dem weitläufigen Gelände gebaut wurden, musste ein altes Unigebäude abgerissen werden. Das Haus aus den 1950er-Jahren stand nicht unter Denkmalschutz. Integriert in den Biologiestandort wird hingegen das Haus 9 direkt neben dem Laborneubau. In dem denkmalgeschützten Gebäude, einem Pferdestall der ehemaligen königlich-preußischen Veterinärakademie aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, werden Seminar- und Praktikumsräume für die Studenten untergebracht.

Senatsbaudirektorin Regula Lüscher betonte bei der Grundsteinlegung, dass das Haus als Berliner Pilotprojekt erstmals mit recyceltem Beton gebaut wird. In Schlitzwänden und Fundamenten des markanten Neubaus stecken also irgendwelche abgerissenen Bauwerke. Ende 2015 soll der 17 Meter hohe Labortempel mit Erdgeschoss, zwei Obergeschossen und einer dritten Ebene als Staffelgeschoss fertig sein. Die Kosten sollen 33,8 Millionen Euro nicht überschreiten.


Dirk Jericho / DJ
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