Immobilienfonds übernimmt Verlagsgebäude am Alexanderplatz

Berlin: Berliner Verlag |

Mitte. Der Medienkonzern Bertelsmann als bisheriger Eigentümer hat das denkmalgeschützte Pressehaus am Alexanderplatz in der Karl-Liebknecht-Straße 29 an den internationalen Immobilienentwickler Tishman Speyer verkauft.

Das 17-geschossige Verlagshaus mit 27 500 Quadratmeter Mietfläche wurde zwischen 1970 und 1973 in Stahlskelettbauweise erbaut und ist Sitz des Berliner Verlages. Die Mediengruppe Berliner Verlag mit den Tageszeitungen Berliner Zeitung und Berliner Kurier verlässt Anfang 2017 den Traditionsort am Alex. Die Journalisten und Verlagsmitarbeiter ziehen in einen Neubau an der Alten Jakobstraße in unmittelbarer Nähe des Spittelmarkts.

Das Gebäude in der Karl-Liebknecht-Straße 29 steht seit 2015 unter Denkmalschutz. Die neuen Eigentümer wollen das Gebäude ab Mitte 2017 umfassend sanieren. „Das Pressehaus ist eines der wenigen großen Objekte mit kurzfristig verfügbaren Büroflächen im äußerst dynamischen Berlin-Mitte“, sagt Florian Reiff, Manager von Tishman Speyer. In dem Hochhaus sollen Büroflächen eingerichtet werden.

In dem 1970 von den Architekten Karl-Ernst Swora, Rainer Hanslik, Günter Derdau, Waldemar Seifert und Gerhard Voss gebauten Verlagshaus hatten zu DDR-Zeiten die Redaktionen der Berliner Zeitung, der BZ am Abend, der Freien Welt, der Wochenpost, der Fernsehzeitschrift „FF dabei“, der Neuen Berliner Illustrierten (NBI) und der Frauenzeitschrift „Für Dich“ ihren Sitz. 1990 wurde der Verlag von einem Joint Venture aus Maxwell Communications und Gruner + Jahr übernommen. 1992 übernahm Gruner + Jahr den Verlag allein und verkaufte ihn 2002 an die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Das Bundeskartellamt untersagte jedoch diesen Verkauf. Nach einem Verkauf an die Mecom Group 2005 übernahm 2009 die Kölner Mediengruppe M. DuMont Schauberg den Berliner Verlag. Die Mediengruppe Berliner Verlag ist heute eine 100-prozentige Tochter der DuMont Mediengruppe.

Mit der Eintragung des Verlagsgebäudes in die Denkmalliste will der Senat die Nachkriegsmoderne am Alexanderplatz schützen. Auch das Haus des Reisens steht seit 2015 unter Denkmalschutz. DJ
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