Bauwerke der DDR unter Denkmalschutz

Berlin: Alexanderplatz |

Mitte. Nach 25 Jahren Wiedervereinigung ist es soweit. Das Landesdenkmalamt hat drei prominente Bauwerke der DDR-Moderne am Alexanderplatz unter Denkmalschutz gestellt. Mit dem Denkmalschutz sind die einstigen Baupläne von 1993 rund um den historischen Platz nun endgültig vom Tisch.

Zu den geschützten Bauwerken gehören das Haus des Berliner Verlages, das Haus des Reisens mit Walter Womackas Kupferrelief „Der Mensch überwindet den Raum“ und die Weltzeituhr, entworfen von Erich John. Alle stammen aus der Zeit um 1970.

Bereits unter Denkmalschutz stehen am Alex die Stadtbahntrasse; der S- und U-Bahnhof Alexanderplatz, das Berolina- und Alexanderhaus von Peter Behrens, das Haus des Lehrers und die Kongresshalle von Hermann Henselmann, das von 1961 bis 1964 errichtet wurde.

Durch den Denkmalschutz können die DDR-Häuser nicht mehr abgerissen werden. Damit sind die einstigen Hochhauspläne endgültig vom Tisch. Nach dem Masterplan von 1993 von Architekt Hans Kollhoff sollten auf und um den Alexanderplatz zehn 150 Meter hohe Wolkenkratzer entstehen. Derzeit sind nur noch zwei Türme geplant. Das US-Unternehmen Hines plant ein Hochhaus neben Saturn auf dem Alex. Die BVG hat jedoch Bedenken, dass der Wohnriese die U-Bahn-Tunnel beschädigt. Vor dem Alexa-Einkaufscenter ist ebenfalls ein Hochhaus geplant. Die Alexplanungen werden derzeit angepasst.

Vergleichbare denkmalgeschützte Plätze sind der Breitscheidplatz und der Ernst-Reuter-Platz im früheren Westteil. Mit der Eintragung in die Denkmalliste soll die Nachkriegsmoderne am Alexanderplatz geschützt werden.

Berlin ist die einzige Metropole weltweit, die in ihrem Stadtbild Zeugnisse der beiden politischen Blöcke des Kalten Krieges vereinigt, heißt es bei der Senatsbauverwaltung. „Die beiden deutschen Staaten arbeiteten mit großem Ehrgeiz an ihrem repräsentativen Erscheinungsbild als Hauptstadt der DDR beziehungsweise als Schaufenster des Westens“, so die Behörde. „Die nun denkmalgeschützten Bauwerke sind Zeugnisse von künstlerischer, städtebaulicher und geschichtlich überragender Bedeutung. Wir wollen mit der Unterschutzstellung auch den Blick für die zahlreichen Qualitäten der jüngeren Geschichte öffnen und gerade die baulichen Zeugen des doppelten Berlins im ehemaligen Osten und Westen der Stadt einander gegenüber stellen“, sagt Senatsbaudirektorin Regula Lüscher.

Weitere Bauten, heißt es, sollen am Alexanderplatz allerdings nicht mehr unter Denkmalschutz gestellt werden. DJ
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.