Vier Schulen bekommen Geld aus Sonderprogramm

Gesundbrunnen. Der Bezirk wartet auf die erste Million Euro aus dem Schultoilettensanierungsprogramm, das der Senat gestartet hat. In diesem Jahr sollen zuerst die schlimmsten Klos an vier Schulen saniert werden.

Beißender Uringestank, Pfützen auf dem Fußboden - an jeder zweiten der insgesamt 54 Schulen im Bezirk sind die Sanitärtrakte so marode, dass sie komplett neu gemacht werden müssen. "Da geht es nicht nur um gesprungene Kloschüsseln. Es stinkt", sagt Schulstadträtin Sabine Smentek (SPD). Alte Rohre sind undicht, Fußbodenentwässerungen funktionieren nicht. "Kinder machen in die Hosen, weil sie sich auf den Toiletten ekeln", beschreibt Jenny Neubert von der Grünen-Fraktion die unhaltbaren Zustände vor allem an Grundschulen. Für dringend notwendige Strangsanierungen in den kaputten Kloetagen braucht der Bezirk 17 Millionen Euro. Den Sanierungsstau insgesamt für kaputte Fenster, Dächer, Fassaden oder Sanitärtrakte in allen Schulen und Sporthallen beziffert Smentek auf 120 Millionen Euro. Zwölf Millionen gibt der Bezirk jährlich für Baumaßnahmen in den Gebäuden aus; die Hälfte der Gelder kommt aus dem Schul- und Sportstättensanierungsprogramm (SSSP) des Senats.

Jetzt sollen vermehrt Mittel in die Klosanierung fließen. Der Senat gibt den zwölf Bezirken für 2015 insgesamt zwölf Millionen Euro. Wie viel Geld die Bezirke ab 2016 aus dem Schultoilettensanierungsprogramm bekommen, ist derzeit noch unklar. Smentek wartet jetzt auf die erste Million für dieses Jahr. Das Schulamt hat ein Ranking der schlimmsten Schulklos erstellt. Nach dieser Prioritätenliste wurden die ersten vier WC-Trakte beim Senat angemeldet. Mit der Extra-Million sollen noch in diesem Jahr das Gymnasium Tiergarten (Altonaer Straße 26), die GutsMuths Grundschule (Singerstraße 8), die Humboldthain Grundschule (Grenzstraße 7-8) und die Allegro-Grundschule (Lützowstraße 83-85) neue Klos bekommen.

Die Kloliste sorgte im Schulausschuss für Diskussionen. Jenny Neubert wundert sich zum Beispiel, warum Berlins größte Grundschule, die Anna-Lindh-Grundschule in der Guineastraße 17, da nicht ganz oben steht. Sie fordert eine Offenlegung der Dringlichkeitsliste, um mehr Transparenz zu schaffen. Wie Smentek sagte, hätten ihre Fachleute das Klo-Ranking danach erstellt, wo die Toiletten bautechnisch "am kaputtesten sind und nicht, wo es am meisten stinkt". Befürchtungen der Grünen, der Bezirk könne die geplanten Strangsanierungen an den vier Schulen nicht wuppen, weil Personal für die Klo-Projekte fehlt, wies Smentek zurück. Wenn die Gelder zügig freigegeben werden und das Schulamt die Sanierungen ausschreiben kann, "schaffen wir das noch in diesem Jahr", so die Stadträtin.


Dirk Jericho / DJ
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