Schülerboom: Papageno-Schule bekommt mobilen Neubau

Hinter dem Sportplatzgelände der Papageno-Schule an der Invalidenstraße wird ein modularer Schulergänzungsbau errichtet. (Foto: Dirk Jericho)
 
Das Bauschild an der Bergstraße für den Ergänzungsbau der Papageno-Schule. (Foto: Dirk Jericho)
Berlin: Papageno-Grundschule |

Mitte. Die Schülerzahlen steigen jedes Jahr, die Plätze reichen nicht. Mehr als 6000 zusätzliche Schulplätze muss der Bezirk laut aktuellem Schulentwicklungsplan (SEP) schaffen. In diesem Jahr werden deshalb drei sogenannte modulare Ergänzungsbauten (MEB) errichtet.

Wo bisher Kinder auf dem Klettergerüst spielten, Sportler beim Beachvolleyball auf dem Sandfeld hechteten oder Schüler in die Weitsprunggrube hüpften, wühlen derzeit Bagger das einstige Sport- und Freizeitgelände um. Auf der Fläche der Papageno-Grundschule zwischen Berg- und Invalidenstraße wird derzeit Mittes erste MEB-Schule gebaut. Modulare Ergänzungsbauten (MEB) heißen die Schulen aus dem Baukastensystem – keine von Architekten individuell geplanten Neubauten, sondern einheitliche Zweckbauten, die sich schnell errichten lassen. Die beliebte Papagenoschule in der Bergstraße, die aus allen Nähten platzt, bekommt als erste im Bezirk einen sogenannten MEB12. Die dreigeschossige Legoschule mit zwölf Klassenräumen kostet 3,3 Millionen Euro und soll zum Schuljahresbeginn 2017/18 fertig sein.

Ebenfalls zum kommenden Schuljahr wird an der Boyenstraße Ecke Chausseestraße ein komplett neuer Schulstandort errichtet. Der Fertigteilbau MEB16 ist der erste Schulneubau im Bezirk. Auf dem Grundstück neben dem Erika-Heß-Eisstadion, das 15 Jahre lang bis Ende 2015 an eine Caravan-Station verpachtet war, beginnen demnächst die Arbeiten. Die Schule wird dringend benötigt, weil in den kommenden Jahren entlang der Heidestraße das neue Wohngebiet Europacity mit mehr als 2500 geplanten Wohnungen entsteht. Allein für das neue Stadtviertel werden laut Prognose des Schulamtes 273 Grundschulplätze benötigt. Insgesamt werden rund um die Europacity in den kommenden Jahren 5500 Wohnungen gebaut. Das bedeutet, dass ab 2020 rechnerisch rund 600 Grundschulplätze benötigt werden. An der Boyenstraße ist eine vierzügige Grundschule für 576 Schüler geplant.

Das Fertigteilgebäude mit 16 Unterrichtsräumen soll zum Schuljahr 2017/18 vorerst als Filiale der Brüder-Grimm-Grundschule an der Tegeler Straße 18/19 eröffnet werden. In drei Jahren kommt ein zweites Schulgebäude auf die bisherige Sportplatzfläche. Dann soll Mittes erster Schulneubau einen Namen bekommen und eigenständig werden.

Die dritte MEB-Schule mit zwölf zusätzlichen Klassenräumen wird bis zum Spätsommer auf dem Gelände der Heinrich-von-Stephan-Schule errichtet. Die Kurt-Tucholsky-Schule bekommt zur Erweiterung ein ehemaliges Polizeigebäude hinzu. Auch die seit Jahren leerstehende Plattenbauschule an der Adalbertstraße soll bis 2020 reaktiviert werden. Fünf Grundschulen – Gottfried-Röhl-, Möwensee-, Anna-Lindt-, Brüder-Grimm- und Kastanienbaum-Grundschule – sollen wegen steigender Schülerzahlen laut Schulentwicklungsplan auf den bestehenden Flächen erweitert werden. Auf Räume für Teilungsunterricht müssen zukünftig die Erika-Mann- und die Allegro-Grundschule verzichten. Die früheren Schulen an der Pankstraße und Gotenburger Straße sollen wieder Grund- und Oberschulen werden. Um Plätze zu schaffen, werden die Schulstandorte der Ernst-Reuter-Oberschule und der Standort an der Singerstraße mit GutsMuths-Grundschule und Max-Planck-Gymnasium „neu konzipiert und geplant“. DJ
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