Amtscomputer laufen mit Uralt-Betriebssystem Windows XP

Mitte. Microsoft stellt zum 8. April seinen Support für das 13 Jahre alte Betriebssystem Windows XP ein. Die Rechner im Bezirksamt werden aber erst jetzt auf das neue Windows umgestellt. Kommen Hacker jetzt an Bürgerdaten?

Die meisten Rechner in der Berliner Verwaltung laufen immer noch mit dem Uralt-Betriebssystem Windows XP. Wenn die Microsoft-Programmierer am 8. April den Support einstellen und keine Sicherheits-Updates mehr anbieten, wird es für Hacker leicht, Schwachstellen im Betriebssystem anzugreifen und zum Beispiel Spähprogramme einzuschleusen, die Daten mitlesen. "Wir sind da gar nicht aufgeregt", sagt dennoch die für die etwa 2000 Amtscomputer in Mitte zuständige Stadträtin Sabine Smentek (SPD).

Der Bezirk habe sich schon "frühzeitig mit dem Thema auseinandergesetzt", die Umstellung laufe seit Monaten. Bis Ende des Jahres sollen 80 Prozent aller PC das neue Windows haben. Dass die meisten Mitarbeiter noch monatelang mit dem jetzt unsicheren Softwaresaurier arbeiten, ist für Smentek "kein Problem." Die sogenannten Fachprogramme - Spezialsoftware, mit denen die Ämter arbeiten - seien mehrfach gesichert. Zudem lägen die Daten der Bürger sicher auf externen Servern beim IT-Dienstleistungstungszentrum Berlin (ITDZ).

Die Firma, die sich um die Computer-, Internet- und Kommunikationstechnik in der Berliner Verwaltung kümmert, warnt hingegen, wie Microsoft und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auch, vor einem "erheblichen Sicherheitsrisiko", wenn IT-Arbeitsplätze nach dem 8. April mit Windows XP laufen. Laut Senatsinnenverwaltung werden zum Stichtag noch rund 30 000 von 70 400 IT-Arbeitsplätzen in den Amtsstuben Windows XP verwenden.

Weil das ITDZ mit Microsoft einen verlängerten XP-Support bis 2015 ausgehandelt hat, geht Innenstaatssekretär Andreas Statzkowski (CDU) aber davon aus, "dass keine Problemfälle auftreten werden." Allerdings ist jedes Amt selbst für seine IT-Technik verantwortlich. Das "temporäre Notfallpaket" bekommen die Verwaltungen nur, wenn sie es beim ITDZ kaufen, wie Konrad Kandziora, Vorstand des ITDZ, sagte.


Dirk Jericho / DJ
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