Für jeden gibt es das passende System

Ungewohnt, aber aufgeräumt: In Kombination mit der Oberfläche Unity braucht das beliebte Ubuntu eine kurze Eingewöhnungszeit. (Foto: Ubuntu)
 
Mit Niedlichkeitsfaktor: Der Pinguin Tux ist das Maskottchen des alternativen Betriebssystem Linux. (Foto: Andrea Warnecke)

Linux ist nicht gleich Linux. Das Betriebssystem ist in unzähligen Varianten verfügbar, die Distributionen genannt werden. Für Neulinge sind manche Distributionen besser geeignet als andere. Worauf sollten sie achten?

"Vor allem auf die Hardware-Unterstützung", sagt Georg Eßer, Chefredakteur der Zeitschrift "EasyLinux". Denn wenn das Betriebssystem auf dem eigenen Rechner nicht läuft, nützt die schönste Oberfläche nichts. "Das kann man bei den meisten Distributionen testen, indem man erst mal eine Live-DVD herunterlädt, brennt und den PC damit bootet", erklärt Eßer.

Live-DVDs oder auch -CDs sind vorkonfigurierte Versionen von Linux-Systemen, die in der Regel auch eine Software-Grundausstattung mit Office- und Multimedia-Programmen mitbringen. Nutzer können die Pakete als sogenanntes Live-Image herunterladen und auf einen Datenträger kopieren. Damit lässt sich der Rechner starten, ohne das bestehende System zu verändern.

Schon beim Hardware-Test zeigen sich Unterschiede zwischen den Linux-Distributionen. Christian Löbering, stellvertretender Chefredakteur der Zeitschrift "LinuxWelt", empfiehlt für Anfänger vor allem die Varianten Mint und Ubuntu: "Sie haben den wichtigen Vorteil, dass sie die breiteste Hardware-Unterstützung bieten und sich somit auf den meisten PCs und Notebooks ohne Probleme installieren lassen."

Probleme kann es nach Angaben von Georg Eßer vor allem mit nagelneuer Hardware geben - etwa einem Notebook, das einen ganz aktuellen Grafikchip verwendet. Neben Ubuntu und Mint empfiehlt der Experte Nutzern noch die Distribution openSUSE, die vor allem in Deutschland eine große Nutzerbasis hat.

Den besten Überblick über die verschiedenen Linux-Varianten, komplett mit Erläuterungen und Downloadlinks, bietet die teils deutsch-, teils englischsprachige Webseite Distrowatch.com. Aus der Liste am rechten Bildrand geht sogar hervor, welche Distribution von den Besuchern des Portals am meisten angeklickt wird. Besonders beliebt sind demnach Mint und Ubuntu, gefolgt von Debian. Gerade für Anfänger ist das eine wichtige Information: Je verbreiteter ein System ist, desto höher ist die Chance, dass Anwender bei Problemen in den einschlägigen Internetforen Hilfe finden.

Entscheidend ist aber natürlich nicht nur, dass eine Distribution sauber auf dem PC läuft. Schließlich muss das System dem Nutzer auch gefallen. Bei Linux hat der Nutzer die Wahl zwischen verschiedenen Oberflächen. Die größte Vielfalt bietet Ubuntu, das es nicht nur mit dem sogenannten Unity-Desktop gibt, sondern auch als Kubuntu mit der Oberfläche KDE, als Lubuntu mit LXDE oder als UbuntuGnome mit dem Gnome-Desktop. Die meisten dieser Oberflächen lassen sich aber auch bei anderen Distributionen nachinstallieren.

"Umsteiger schätzen es oft, wenn die Oberfläche ähnlich aufgebaut ist wie bei Windows", sagt Georg Eßer. Er empfiehlt daher KDE. Ähnlich leicht macht es Windows-Umsteigern auch Cinnamon. Für schwache Rechner sind Mate und XCFE eine gute Wahl. Nicht ganz so nah an Windows angelehnt ist die Unity-Oberfläche von Ubuntu. Mit ein wenig Eingewöhnungszeit kommen Anfänger aber auch damit zurecht.


dpa-Magazin / mag
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