Geheimnisse in Familien

Manchmal ist es besser, ein Geheimnis zu bewahren. Das gilt aber nicht, wenn ein Geheimnis eine Art Machtstrategie ist, etwas, das eine Atmosphäre der Unklarheit und Unsicherheit verursacht. "Familiengeheimnisse können Loyalitätskonflikte schaffen und Grenzverletzungen erzeugen", sagt Günter Reich in einem Interview der Zeitschrift "Psychologie Heute". Er ist Prof. für psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Universität Göttingen. In solchen Fällen ist es besser, das Geheimnis zu offenbaren – oder auch in einer Therapie aufzuarbeiten. Generell sei aber kein Mensch ohne Geheimnisse. "Es sollte keinen Zwang oder Druck geben, ein Geheimnis zu offenbaren. Das hat schnell etwas Totalitäres." So schone derjenige, der das Geheimnis hat, seine Mitmenschen mitunter, wenn er es erst mal für sich behält – etwa Kindern gegenüber oder bei gravierenden Dingen wie einem Seitensprung oder einer schlimmen medizinischen Diagnose. Manchmal helfe es dann auch, noch etwas zu warten. mag
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