Rettungsstelle im Vivantes: Bezirksverordnete schlagen Alarm

Buckow. Stundenlanges Warten, allein gelassene Patienten: Die Rettungsstelle des Vivantes-Klinikums an der Rudower Straße ist völlig überlastet. Nun schlagen die Bezirksverordneten Alarm und fordern schnelles Handeln.

Wie berichtet, kommen jährlich 77 000 Menschen in die Rettungsstelle, die nur für 25 000 ausgelegt ist. Zwar plant Vivantes eine Erweiterung, doch mit dem Baubeginn ist frühestens 2018 zu rechnen. „Der derzeitige Zustand ist unhaltbar, medizinisches und pflegerisches Personal muss dringend aufgestockt werden“, sagt Gabriela Gebhardt (SPD), Vorsitzende des bezirklichen Gesundheitsausschusses.

Die Hilfesuchenden wären nicht nur gezwungen, lange auf Untersuchungen und Versorgungen zu warten. Oft würden sie nicht mit Getränken versorgt oder auf die Toilette begleitet. Außerdem wiesen die Sicherheitsleute häufig Begleitpersonen von Kranken zurück. Das sieht Vivantes-Sprecherin Kristina Tschenett ein wenig anders: Das Personal sei im vergangenen Jahr erneut deutlich aufgestockt worden und entspreche dem in den anderen Rettungsstellen der Stadt, sagt sie.

Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU): „Die Wahrnehmung von Krankenhaus und Patienten ist natürlich unterschiedlich. Bei uns treffen aber sehr viele Beschwerden ein.“ Einiges könne er aus persönlicher Erfahrung bestätigen – „und das, obwohl ich ja eine Art VIP-Status habe.“ Im Durchschnitt warte ein Patient knapp dreieinhalb Stunden auf die Behandlung, in Ex-tremfällen könne es auch mehr als doppelt so lange dauern.

Das Land Berlin versäume seit Jahrzehnten zu handeln. Die Klinik sei 30 Jahre alt und müsse dringend saniert werden. Der geplante Neubau samt Hubschrauberlandeplatz koste rund 150 Millionen Euro; immerhin stünden jetzt zwei Millionen für die Planungen zur Verfügung. Eine der schlimmsten Szenarien für den Stadtrat ist ein Unglück auf dem Flughafen Schönefeld beziehungsweise auf dem künftigen Großflughafen. „Das Krankenhaus ist der nächste Anlaufpunkt und auf so etwas nicht vorbereitet.“

Bei der Bezirksverordnetenversammlung im April wird der einstimmige Beschluss des Gesundheitsausschusses eingebracht. Darin wird Liecke (CDU) aufgefordert, sich bei der Vivantes-Geschäftsführung erneut für eine zügige Abhilfe einzusetzen. sus
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