Köhne tritt nicht mehr an: Zehn Jahre lenkte der Rathauschef die Geschicke Pankows

Matthias Köhne bei der Eröffnung der Ausbildungsoffensive Pankow vor wenigen Tagen. Zeitgleich sickerte durch, dass er zur nächsten Wahl nicht mehr für den Chefsessel im Rathaus kandidieren wird. (Foto: Bernd Wähner)

Pankow. Diese Nachricht überraschte in den vergangenen Tagen viele: Matthias Köhne (SPD) hat sich entschlossen, zu den nächsten Kommunalwahlen im Herbst 2016 nicht mehr als Bürgermeister zu kandidieren.

„Zehn Jahre sind genug“, sagt der Rathauschef auf die Frage des Reporters. Im kommenden Jahr sind es dann nämlich genau zwei Wahlperioden, die Köhne Bürgermeister ist. Das schaffte bisher noch kein Pankower Bürgermeister seit 1990.

Köhne ist 49 Jahre alt. Geboren wurde er in Itzehoe. Zum Politikstudium kam er 1987 nach Berlin. Danach war der Diplom-Politologe von 1994 bis 1999 wissenschaftlicher Mitarbeiter der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Seit 1995 saß er in der Pankower Bezirksverordnetenversammlung, und von 1999 bis Dezember 2000 übernahm er den Posten des Stadtrats für Umwelt, Natur und Immobilien. Von Anfang 2001 bis Anfang 2002 leitete er dann das Büro des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit. Und seit Februar 2002 fungierte er als Stadtrat für Umwelt, Wohnen und Bürgerdienste im Pankower Bezirksamt. In dieser Zeit war er bereits stellvertretender Bürgermeister.

Zuzugsbezirk Nummer eins

Zum Rathauschef wurde er dann nach den Kommunalwahlen 2006 gewählt. Heute kann er auf eine durchaus positive Bilanz verweisen. Pankow ist für viele Menschen attraktiv. Es ist der Zuzugsbezirk Nummer eins in der Stadt. Das konnte Köhne auch dem Berliner Senat begreiflich machen. Dieser wollte lange Zeit nicht in Schulen, Kitas und andere Infrastruktureinrichtungen investieren, ist aber inzwischen dazu bereit.

Zu seinen Zukunftsplänen äußert sich Köhne noch nicht. Es liegt ja auch noch ein Jahr vor ihm, in dem noch ein Berg von Arbeit auf den Bürgermeister wartet. Wen die SPD für seine Nachfolge nominiert, soll demnächst vom Kreisverband entschieden werden.

In diesem Zusammenhang gibt es dann gleich noch eine weitere Personalie zu klären. Auch Lioba Zürn-Kasztantowicz erklärte, dass sie nach der nächsten Wahl nicht mehr für das Bezirksamt zur Verfügung steht. Die 62-Jährige ist Stadträtin für Soziales, Gesundheit, Schule und Sport. Seit 2006 ist sie Bezirksamtsmitglied. In der kommenden Legislaturperiode würde sie ihr Pensionsalter erreichen, und es müsste sowieso ihre Nachfolge geklärt werden.

Der Pankower SPD-Kreisverband ist mit etwa 1750 Mitgliedern der größte östlich der Elbe. In ihm mangelt es nicht an fachlich versiertem Personal. So kann man gespannt sein, mit welchem Team die Genossen in den anstehenden Wahlkampf ziehen. BW
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