In Prenzlauer Berg werden die meisten Fahrräder gestohlen

Mit dieser Maschine graviert die Polizei Sicherheitscodes in die Fahrradrahmen. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Mit 2122 als gestohlen angezeigten Fahrrädern ist Prenzlauer Berg einsame Spitze im Berliner Vergleich. Das hat einen einfachen Grund: In kaum einem anderen Ortsteil gibt es so viele Fahrräder wie hier.

Es sind nicht nur Schüler und Studenten, die mit dem Rad zur Uni oder in die Schule fahren, auch viele andere erledigen ihre Wege im Kiez mit dem Rad. Wie viele Menschen auf zwei Rädern unterwegs sind, sieht man vor allem an den S- und U-Bahnhöfen. Hunderte Räder werden dort teilweise wild durcheinander abgestellt.

Bahnhöfe sind daher auch ein Tummelplatz für diejenigen, die es auf ein Rad abgesehen haben. So sind im zurückliegenden Jahr am S-Bahnhof Schönhauser Allee zum Beispiel 29 Fahrräder, am S-Bahnhof Prenzlauer Allee 22, am S-Bahnhof Greifswalder Straße 32 und am S-Bahnhof Storkower Straße sogar 39 Fahrräder gestohlen worden. Hinzu kommen zehn Räder am U-Bahnhof Schönhauser Allee und vier am U-Bahnhof Eberswalder Straße.

Noch mehr Räder werden direkt von der Straße oder aus Höfen gestohlen. In den meisten Innenhöfen stehen Dutzende Räder, häufig ohne Schloss. Ihre Besitzer wähnen sie auf dem Hof in Sicherheit. Dass das ein Trugschluss ist, erfahren die Polizisten jeden Tag. Täglich nehmen sie neue Anzeigen auf.

Leider zeigen auch nicht alle den Diebstahl an. Gemeldet werden die Delikte häufig nur, wenn die Räder versichert sind. Die Polizei appelliert daher an die Bürger, jeden Diebstahl zu melden. Nur so können sich die Beamten ein Bild von der tatsächlichen Lage machen und gezielter dagegen vorgehen.

"Die Codierung von Fahrrädern an exponierten Stellen des Rahmens und das Aufbringen auffälliger Aufkleber ist aus polizeilicher Sicht ein geeignetes Mittel zur Vorbeugung des Fahrraddiebstahls", erklärt Innensenator Frank Henkel (CDU) in seiner Antwort auf eine Anfrage des Pankower Abgeordneten Stefan Gelbhaar (Bündnis 90/Die Grünen) im Abgeordnetenhaus. "Täter werden hierdurch eher abgeschreckt." Das habe die Polizei auch von Tätern bestätigt bekommen, die sie befragte.

"Ein entwendetes Rad mit Codierung lässt sich weitaus schlechter veräußern", so der Innensenator weiter. Die Codierung besteht in der Regel aus einem B für Berlin, dem Geburtsdatum des Radbesitzers und den Anfangsbuchstaben seines Namens. Kontrolliert die Polizei einen Radfahrer, der solch einen Code im Rahmen seines Rades hat, kann sie leicht feststellen, ob er auch wirklich der Eigentümer ist. Wieder aufgefundene Räder mit Codierung lassen sich außerdem leichter den Eigentümern zuordnen.

Die Polizeiabschnitte führen immer wieder Sonderaktionen durch, bei denen sie kostenlos Räder codieren. Termine auf www.berlin.de/polizei/service/fahrradcodierungen.html.

Bernd Wähner / BW
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