Eltern erheben schwere Vorwürfe gegen die Kita „Die Waldläufer“

Harmlose Doktorspiele oder sexuelle Übergriffe unter Kindern? Die Kita "Waldläufer" muss sich derzeit mit schweren Vorwürfen auseinandersetzen.
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Blankenfelde. Dass Kinder in frühem Alter ihren Körper entdecken und sich spielend mit ihm auseinandersetzen, gehört zur Entwicklung eines gesunden Kindes dazu. Aber was passiert, wenn aus harmlosen "Doktorspielen" sexuelle Übergriffe auf Gleichaltrige werden? Eltern eines ehemaligen Schützlings des Waldkindergartens „Die Waldläufer“ erheben nun schwere Vorwürfe gegen die Kita.

Der Waldkindergarten am Wäldchen 1/1a ist eine Kita einer Elterninitiative. Laut Björn B. soll es dort sexuelle Übergriffe unter Kindern geben. Das Elternpaar beklagt, dass ihre Sorgen und Hinweise seitens der Kita nicht mit dem notwendigen Nachdruck verfolgt worden seien. Sie haben ihre beiden Kinder deshalb zu Jahresbeginn aus der Kita genommen. Kürzlich übergaben Björn B. und seine Frau dem Jugendamt Pankow, der Kitaaufsicht des Senats und der Berliner Woche eine mehrseitige Dokumentation, die die genannten Vorfälle auflistet und detailliert beschreibt. Im Interesse des Kindeswohls sei wichtig, das Problem zu thematisieren, so der Vater.

"In Unfrieden verlassen"

Barbara Mohr, Mitglied des Vorstands des Trägervereins der Waldkita und dessen Pressesprecherin, verwahrt sich gegen den Vorwurf von Familie B., nicht genügend tätig geworden zu sein. Familie B. „hat uns Ende Januar zu unserem großen Bedauern trotz zahlreicher Gespräche auch im Beisein externer Berater im Unfrieden verlassen, und für den Fall, dass wir ihre Beiträge rückwirkend auch für die Monate davor nicht erstatten, damit gedroht, 'öffentlichkeitswirksame Schritte' einzuleiten“, schreibt sie der Berliner Woche.

"Vorgang geprüft"

Pankows Jugendstadträtin Christine Keil (Die Linke) will sich „aus Gründen des Schutzes sensibler Informationen“ nicht weiter äußern, versichert jedoch, „dass die Kitaaufsicht der Senatsverwaltung Bildung, Jugend und Wissenschaft tätig ist, den Vorgang gewissenhaft prüft, und dazu im Kontakt zum Jugendamt und zum Träger steht.“ Deutlicher äußert sich da die Kitaaufsicht des Senats selbst. Ilja Koschembar, Pressesprecher für Jugend und Familie, bestätigt, dass der Träger der Kita selbst bereits 2013 erstmalig eine entsprechende Meldung an die Kitaaufsicht gemacht habe. In diesem Zusammenhang wurde dann ein Elternabend zum Thema Sexualerziehung durchgeführt. Im November des Folgejahres sei der Träger erneut mit dem Vorwurf konfrontiert worden, dass es unter Kindern zu "übergrifflichem Verhalten" gekommen sei. Der Träger hat diesen Sachverhalt ebenfalls der Kitaaufsicht gemeldet, die ihm daraufhin die Auflage erteilt hat, ein Kinderschutzkonzept zu erarbeiten. Diese Auflage habe der Träger umgehend erfüllt. Darüber hinaus habe er ein sexualpädagogisches Konzept erstellt und sich fachlich umfassend mit dem Thema auseinandergesetzt.

Nötige Vertrauensbasis fehlt

In diesem Zusammenhang hat der Träger Kontakt zum Dachverband Berliner Kita- und Schülerläden und zum Verein Strohhalm aufgenommen, um sich fachlich beraten zu lassen. Es haben mehrere Gespräche des Kitaträgers und des Erzieherteams mit Herrn B. stattgefunden. Die nötige Vertrauensbasis für eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Familie konnte allerdings nicht wieder hergestellt werden.

Nachdem im Juni 2015, also nach Ausscheiden der Kinder der Familie B., erneut ein ähnlicher Vorfall an den Träger herangetragen wurde, habe der Verein alle Eltern über diesen Verdachtsfall informiert, mit den Eltern des betreffenden Kindes gesprochen und zu fachlichen sowie therapeutische Hilfsangeboten geraten, einen Elternabend durchgeführt und das Jugendamt und die Kitaaufsicht informiert. Aus Sicht der Kitaaufsicht hat der Kitaträger die Vorfälle „mit hoher Ernsthaftigkeit behandelt und situationsentsprechend reagiert und agiert“, heißt es in der Stellungnahme der Kitaaufsicht. m.k.

Autor:

Michael Kahle aus Mitte

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