Bedeutender Ankauf mit Unterstüung zweier Stiftungen
Das Brücke-Museum verfügt jetzt über das Bildnis der Rosa Schapire

Das „Gemälde mit dem Titel „Bildnis R. S.“ ist für das Brücke-Museum  eine wichtige Ergänzung des Bestandes.
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  • Das „Gemälde mit dem Titel „Bildnis R. S.“ ist für das Brücke-Museum eine wichtige Ergänzung des Bestandes.
  • Foto: VG Bild-Kunst, Bonn 2019
  • hochgeladen von Ulrike Martin

Im Brücke-Museum gibt es ein neues Exponat. Es hat den Titel „Bildnis R. S. (Rosa Schapire“) und wurde 1915 von Karl Schmidt-Rottluff gemalt. Das erworbene Bild ist ein zentrales Gemälde des Expressionisten aus der Schaffensperiode vor dem Ersten Weltkrieg. „Aus dieser Phase ist leider nur noch ein Bruchteil seiner Werke vorhanden“, betont die Direktorin des Brücke-Museums Lisa Marei Schmidt.

Zu sehen ist das Porträt der Hamburger Kunsthistorikerin Rosa Schapire (1874 bis 1954). Sie war eine Freundin und Förderin Schmidt-Rottluffs sowie frühes passives Mitglied der Künstlergruppe Brücke. Zudem promovierte sie 1904 als eine der ersten Frauen in Kunstgeschichte, zu einer Zeit, in der Frauen der Zugang zu Universitäten regulär noch nicht erlaubt war.

Die Brücke-Künstler unterstützten Schapire schon früh und intensiv, besonders Schmidt-Rotluff, dessen Druckgrafik sie unter anderem herausgab. 1939 musste die jüdische Sammlerin nach London emigrieren, wo sie ihre Bemühungen um den Expressionismus fortsetzte.

Wichtige Ergänzung des Bestandes

Das Porträt Schapires gehört zu einer Reihe von Bildnissen, in denen sich Schmidt-Rottluff intensiv mit der Charakteristik und den Stilmitteln von Holzskulpturen beschäftigte. „In der Sammlung des Brücke-Museums ist diese Stilrichtung des Künstlers bisher nicht vertreten, somit stellt das Gemälde eine wichtige Ergänzung des Bestandes dar“, sagt die Direktorin. „In diesem Werk kommt auf ganz besondere Weise eine außergewöhnliche kunsthistorische Qualität mit einer sehr persönlichen Darstellung und berührenden Werkbiografie zusammen.“

Auf der Rückseite der Leinwand befindet sich zudem eine in Öl gemalte Landschaftsansicht der Kuhrischen Nehrung von 1913. Dieses Bild gilt als ein vom Maler verworfenes Werk. „Es ist aber trotzdem spannend“, sagt Katrina Schulz vom Museum. Wie die Kuhrische Nehrung den Besuchern zugänglich gemacht werden soll, stehe noch nicht fest. „Es gibt verschiedene Möglichkeiten die auch mit dem jeweiligen Anliegen der einzelnen Ausstellungen zusammenhängen werden.“

Der Ankauf des Porträts von Rosa Schapire wurde möglich durch die Unterstützung der Karl und Emy Schmidt-Rottluff-Stiftung und der Ernst von Siemens-Kunststiftung. „Ich kann mir gar keinen schöneren Platz für das Porträt vorstellen als das Brücke-Museum“, sagt Martin Hoernes, Geschäftsführer der Ernst von Siemens-Stiftung. „Deshalb hat unsere Stiftung alles darangesetzt, um kurzfristig den Auktionserfolg möglich zu machen.“

Der frühere Besitzer des Gemäldes war der Kunsthistoriker Wilhelm Niemeyer, ein Freund und Unterstützer Schmidt-Rottluffs. Er gab zusammen mit Schapire die expressionistische Zeitung „Kündung“ heraus. Niemeyer hatte das Bild direkt vom Künstler erworben. Es befand sich bis zur Auktion im Familienbesitz.

Holzkästchen und Kissenhülle

Die Karl und Emy Schmidt-Rottluff-Stiftung konnte zusätzlich zwei Holzkästchen und eine Kissenhülle für das Museum erwerben. Auch diese Objekte von Karl Schmidt-Rottluff stammen aus dem Familienbesitz der Nachfahren von Niemeyer. „Es handelt sich um besonders schöne Objekte, die Schmidt-Rottluffs intensive Beschäftigung im Bereich des Kunsthandwerks verdeutlichen, welche in Zukunft in dem von ihm initiierten Brücke-Museum stärker in den Fokus treten soll“, erklärt Lisa Marei Schmidt.

Das Brücke-Museum, Bussardsteig 9 ist Mi bis Mo 11-17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet sechs, ermäßigt fünf Euro.

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