Gedenkstele erinnert an Malerin
Ihr Afrika-Zyklus machte Ruth Baumgarte bekannt

Alexander Baumgarte (Mitte), Bürgermeister Michael Grunst (rechts) und Manfred Becker, kulturpolitischer Sprecher der Lichtenberger SPD-Fraktion an der enthüllten Stele für Ruth Baumgarte.
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  • Alexander Baumgarte (Mitte), Bürgermeister Michael Grunst (rechts) und Manfred Becker, kulturpolitischer Sprecher der Lichtenberger SPD-Fraktion an der enthüllten Stele für Ruth Baumgarte.
  • Foto: Bezirksamt Lichtenberg
  • hochgeladen von Bernd Wähner

Am östlichen Zugang des Rheinsteinparks, in Höhe der Rheingoldstraße 32, steht jetzt eine neue Gedenkstele.

Mit ihr wird an die Malerin Ruth Baumgarte (1923-2013) erinnert, die ganz in der Nähe wohnte. Die Stele entstand in Zusammenarbeit von Kunststiftung Ruth Baumgarte und „Lichtenberger Fonds für Erinnerungskultur“. International bekannt wurde die Malerin, Zeichnerin und Illustratorin Baumgarte durch ihren Afrika-Zyklus. Darin hielt sie ihre Eindrücke nach über 40 Reisen auf den afrikanischen Kontinent fest. Die Wurzeln ihrer künstlerischen Karriere liegen in der Zeit von 1939 bis 1945. Sie studierte Zeichnung und Illustration an der damaligen Hochschule für bildenden Künste in Berlin. Bereits in jungen Jahren entwickelte sie sich zu einer genauen Beobachterin von Menschen. Sie verarbeitete auch unbequeme Themen, wie die sogenannte verlorene Generation.

In ihrem persönlichen Umfeld erlebte Ruth Baumgarte die politische und rassische Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Ihre Wahrnehmung wurde auch für die in Karlshorst ansässigen Sinti und Roma geschärft, die sie entgegen der politischen Direktiven der Nationalsozialisten in Werken von 1942/43 auf der Flucht vor dem Genozid ins Bild setzte. Ende der 40er-Jahre zog die Künstlerin nach Bielefeld.

Ruth Baumgartes Arbeiten wurden seit 1947 in nationalen und internationalen Galerien und Institutionen gezeigt, zuletzt im Ludwig Museum Koblenz (2017/18), im State Russian Museum in St. Petersburg (2018) und im Städtischen Museum Braunschweig (2019). Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund präsentiert ab Ende 2020 bis ins Frühjahr 2021 die Retrospektive „Werde, die du bist – Ruth Baumgarte – Lebenskunst“. Die von ihr 2012 gegründete Kunststiftung widmet sich unter anderem der Förderung zeitgenössischer Künstler.

Die Stele wurde unter anderem in Anwesenheit von Alexander Baumgarte, dem Vorstandsvorsitzenden der Kunststiftung Ruth Baumgarte, Bürgermeister Michael Grunst (Die Linke) und von Petra Rosenberg, der Vorsitzenden des Landesverbands Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg, enthüllt. „Ich bin hier an einem Ort der Erinnerung an meine Mutter“, sagte Alexander Baumgarte zur Enthüllung. „Hier begann ihre künstlerische Laufbahn und Inspiration, die sie ein Leben lang prägen sollten. Zugleich war dies für sie aber auch ein Ort des Grauens und ihrer Geheimnisse. Ein Ort, den sie nie mehr besuchen wollte, der sie aber zu dem Menschen machte, der sie war.“

Alexander Baumgarte (Mitte), Bürgermeister Michael Grunst (rechts) und Manfred Becker, kulturpolitischer Sprecher der Lichtenberger SPD-Fraktion an der enthüllten Stele für Ruth Baumgarte.
Für Ruth Baumgarte wurde am Rheinsteinpark eine Gedenk-Stele aufgestellt.
Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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