Hier könnte bald der Traum vom Super-Schulcampus entstehen

Die Leuchtbuchstaben sind neu – sie bleiben auch in Karlshorst, denn die HTW zieht vorerst nicht um. Foto: Wrobel
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Karlshorst. Mit einem möglichen Wegzug der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) könnte am Standort in der Treskowallee 8 ein Super-Schulcampus entstehen. Für diese Idee müssen noch viele Steine aus dem Weg geräumt werden.

"Es ist noch ein Gedankenspiel." Prof. Dr. Klaus Semlinger ist Präsident der Hochschule für Technik und Wirtschaft und versuchte zusammen mit dem Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) bei einer Einwohnerversammlung des Bürgervereins Karlshorst am 12. April viel Überzeugungsarbeit für das Gedankenspiel zu leisten. Denn die Idee der beiden begeistert nicht jeden. "Ich sehe einen möglichen Wegzug der HTW mit einem weinenden Auge", sagte Bürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD). Und auch viele Anwohner sehen die Idee vom Super-Schulcampus mit mehreren Schultypen an einem Standort vereint eher skeptisch: Die zeitliche Umsetzung sei kaum realistisch einzuschätzen, argumentierten einige Versammlungsteilnehmer. Denn schon jetzt zeichnet sich im Süden Lichtenbergs ein starker Bedarf nach Schulplätzen ab. Die Ideengeber Geisel und Semlinger gehen aber davon aus, dass die Entstehung des Super-Schulcampus bis zu zehn Jahre brauchen könnte.

Dabei könnte die Idee doch den künftigen Schulplatzmangel im großen Stil lösen. Stadtentwicklungssenator rechnete es bei der Versammlung vor: "Nirgendwo in Berlin steigt die Zahl der sechs- bis 18-jährigen Kinder so stark an, wie im Süden Lichtenbergs." Da sieht selbst die Bürgermeisterin Vorteile in der Idee: "Die Bauten der HTW sind sofort nutzbar und ein solch großer Schulcampus könnte Strahlkraft über den Bezirk hinaus haben."

Die Idee vom Wegzug der HTW ist übrigens nicht neu: Der Wunsch für eine Standortkonzentration der Hochschule in Schöneweide besteht schon seit mehreren Jahren. Die HTW platze seit Langem aus allen Nähten: "Uns fehlen 20 000 Quadratmeter Nutzfläche, das ist das Ergebnis einer schon älteren Flächenbedarfsstudie", argumentierte Semlinger und hob hervor, die Situation habe sich eher verschlechtert. Um seine Argumentation faktisch zu untermauern, sei nun eine "Machbarkeitsstudie" zur Standortkonzentration der HTW in Auftrag gegeben worden. Das Ergebnis werde im Sommer 2016 bekannt gegeben. Dabei ist schon jetzt offenbar, dass der Ausbau des Standortes schwierig wird. Denn für die in Karlshorst noch beheimatete Hauptverwaltung der HTW müssten in Schöneweide entsprechend große Flächen gefunden werden. Ziel ist es, mit dem Ausbau auch den überlokalen Anspruch der HTW deutlich zu machen. Denn auch die Hochschule stehe in internationalem Wettbewerb mit anderen Bildungseinrichtungen, sagte Semlinger. Der Platz für einen solchen Ausbau sei aber nicht ohne weiteres zu schaffen, das machte wiederum Andreas Geisel klar.

Viele umliegende Grundstücke am Campus in Schöneweide liegen in privater Hand. Hier stünden nicht nur Verhandlungen über die Freiflächen an – auch die Kosten für Neubauten und den Kauf bestehender Bauten müssten einkalkuliert werden. "Wir sind bereits Mieter im Peter-Behrens-Haus und würden es gerne ganz übernehmen", so stellt es sich Semlinger vor.

Erste Gespräche

Ohnehin zahle die HTW jährlich eine sechsstellige Summe an den Eigentümer. Das denkmalgeschützte Haus und einstiger Standort der Automobilfabrik der Nationalen Automobil-Gesellschaft an der Ostendstraße gehört der britischen Corner Group. Geisel weiß jedoch: "Der Eigentümer ist kein einfacher Verhandlungspartner". Wie teuer ein Kauf des Peter-Behrens-Hauses ist oder mit welchen Zugeständnissen der Investor zum Verkauf animiert werden könnte – das müssten nun erste Gespräche zeigen. KW

Die Leuchtbuchstaben sind neu – sie bleiben auch in Karlshorst, denn die HTW zieht vorerst nicht um. Foto: Wrobel
Informierten über die Idee eines Super-Schulcampus (v.l.): Bausenator Andreas Geisel (SPD), Andreas Köhler vom Bürgerverein Karlshorst, Bürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD) und der Hochschulleiter Prof. Dr. Klaus Semlinger.
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Karolina Wrobel aus Lichtenberg

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