Erst spielen, dann kaufen
Diana Monté kämpft im „Kleinen Schlauberger“ mit innovativem Konzept gegen Online-Riesen

Inzwischen hat sie ihn auch als Handpuppe: Diana Monté geht mit dem „Kleinen Schlauberger“ neue Wege.
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Wer in den Laden von Diana Monté kommt, stutzt erst einmal. Steht da tatsächlich ein Baum im Raum?

„An dieser Stelle befindet sich eigentlich eine Säule. Die kann aus statischen Gründen nicht entfernt werden“, sagt Diana Monté. „Da kamen wir auf die Idee mit dem Baum. Und der ist jetzt unser Zauberbaum. Ist doch ein schöner Hingucker“, lächelt die junge Frau. Holz gibt es viel im Laden. Auch in den Regalen – in Form von Holzspielzeug. Denn Diana Monté ist Inhaberin des Spielzeugladens „Kleiner Schlauberger“ in der Achillesstraße 57.

Mit dem machte sie sich vor etwas mehr als einem Jahr selbstständig. Und das, obwohl sie wusste, dass es Online-Giganten heute den Fachgeschäften schwermachen. Gerade auch im Bereich der Spielwaren. Trotz aller Bedenken traute sich die Karowerin, mit einem innovativen Konzept zu starten. Wer durch die Tür des „Kleinen Schlaubergers“ kommt, merkt sofort, dass dort alles etwas anders ist als in anderen Spielwarenläden. In der Mitte des Raumes, gleich neben dem Baum steht eine große Murmelbahn. Drumherum Regale. In diesen liegen allerhand Spiele und Spielzeuge. „Die kann jeder einfach ausprobieren“, sagt Diana Monté. „Das sind Muster. An denen kann ich auch alle Spiele erklären.“

Das Erklären ist oft auch nötig. Denn manchen Spielen sieht man gar nicht an, welchen pädagogischen oder Unterhaltungswert sie für Kinder und Familien haben. Diana Monté nimmt regelmäßig an Fortbildungen teil. „Alle Spiele im Laden kann ich auch selbst spielen“, versichert sie. Und sie hat Hunderte Spiele.

Viele Jahre lang arbeitete Diana Monte in einer Spielwarenkette. Aus Erfahrung weiß sie: „Die Leute wollen nicht nur theoretische Erklärungen. Sie wollen auch Sachen ausprobieren. Das finden viele gerade bei Spielzeug wichtig.“ Aber das Erklären und Ausprobieren kommt im Onlinehandel oder auch bei großen Ketten viel zu kurz. Für die meisten Kunden sind auch die längeren Anleitungen in den Spielen keine Alternative. Und gerade darauf setzt die Spiele-Expertin und Mutter mit ihrem Verkaufskonzept.

Dabei sind ihr Details, die die Fantasie der Kinder anregen, besonders wichtig. So findet sich zum Beispiel ganz unten in einer Ecke am Kassentresen eine kleine Tür, daneben eine Gartenbank. „Wer wohnt denn da?“, fragen viele Kinder neugierig. Und wenn sie dann erfahren, dass das das Zuhause des Wichtels „Kleiner Schlauberger“ ist, beobachten sie diese Tür natürlich ganz genau.

Ganz nebenbei organisiert Diana Monté mit anderen Gewerbetreibenden dreimal im Jahr einen großen Flohmarkt mit über 120 Ständen an der Achillesstraße. Die Karowerin zeigt: Wer mit Kreativität, Engagement und Fantasie einen stationären Laden eröffnet, belebt nicht nur eine Einkaufsstraße, sondern hat auch gegen Online-Giganten eine Chance.

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