Mieter hoffen auf Weihnachten
Seit April ist im Hochhaus am Senftenberger Ring der Fahrstuhl defekt

Mieterprotest vor dem Haus.
  • Mieterprotest vor dem Haus.
  • Foto: Die Grauen
  • hochgeladen von Thomas Frey

„Laut Auskunft unseres Vertragspartners ist von einer Reparatur des Aufzugs bis Weihnachten auszugehen. Wir hoffen sehr, dass er sobald wie möglich wieder in Betrieb genommen werden kann“, heißt es in einem Schreiben der Hausverwaltung vom 2. Dezember. Eine Hoffnung, die von den Mietern sicher geteilt wird.

Denn seit April kann der größere der beiden Fahrstühle in dem 18-stöckigen Gebäude am Senftenberger Ring 84 nicht genutzt werden. Für die mehr als 150 Bewohner bleibt nur die kleine Alternative mit 96 mal 84 Zentimeter Fläche. Wegen Corona kann dort jeweils nur eine Person befördert werden, was häufig zu längeren Schlangen vor dem Fahrstuhl führt. Schon wegen der Pandemie sollte das eigentlich vermieden werden, meint Gunter Lindenberger.

Gunter Lindenberger wohnt mit seiner Familie in der obersten Etage und war deshalb besonders betroffen. Als der Mann am Telefon vom kaputten Fahrstuhl erzählt, klingt das noch immer höflich und beherrscht, aber sein Ärger ist heraushörbar. Auch in seinem Haus mache sich der demografische Wandel bemerkbar, erklärt er mit Verweis auf viele ältere Menschen, die schlicht und einfach auf den Lift angewiesen sind. Dies gilt natürlich auch für Familien mit kleinen Kindern, für Kranke und Behinderte.

Lindenbergers Tochter sitzt im Rollstuhl. Damit der in den kleineren Fahrstuhl passe, müsse er vor jeder Fahrt die Fußstütze entfernen und nach dem Ausstieg wieder anbringen. Natürlich wurde nachgehakt, warum die Reparatur so lange auf sich warten lässt. Von Schwierigkeiten beim Beschaffen der Ersatzteile sei die Rede gewesen, auch davon, dass es wohl Ärger mit der beauftragten Firma gegeben habe. Wie das gelaufen sei, „darüber sind auch wir nicht glücklich", beteuert die Hausverwaltung auf Nachfrage. Und selbstverständlich wäre auch ihr die Situation der Bewohner immer bewusst gewesen.

Vielleicht hat auch öffentliche Aufmerksamkeit ihren Teil dazu beigetragen, dass zuletzt anscheinend Bewegung in die Aufzug-Problematik kam. Am 2. Dezember veranstalteten die Mieter zusammen mit der Partei „Die Grauen“ eine Demo vor dem Haus. Am gleichen Tag gab es das Schreiben von der Verwaltung mit der in Aussicht gestellten Weihnachtsbescherung. Auch eine Mietminderung wegen der seit acht Monaten eingeschränkten Beförderungsmöglichkeit wurde angekündigt. Jetzt fehlt nur noch der reparierte Fahrstuhl.

Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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