Kulturhaus Weißensee: Bezirksamt handelte Vertrag mit dem Kommunalen Bildungswerk aus

Dr. Andreas Urbich ist Geschäftsführer des KBW. Er freut sich auf den anstehenden Ausbau des einstigen Kulturhauses.
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Weißensee. Das einstige Kulturhaus „Peter Edel“ wird endliche wiederbelebt. Mit dem gemeinnützigen Verein Kommunales Bildungswerk (KBW) hat das Bezirksamt endlich einen Partner gefunden, der das Haus sanieren und nutzen wird.

„Aus dem ehemaligen Kulturhaus wird ein offenes Kultur-, Bürger- und Bildungszentrum“, sagt Pankows Stadträtin für Facility Management, Christine Keil (Die Linke). Der Fachbereich Facility Management hat mit dem Verein inzwischen einen Erbbaurechtsvertrag ausgehandelt. Voraussichtlich noch in diesem Monat wird das Bezirksamt diesem zustimmen.

Von außen sieht das Gebäude in der Berliner Allee 125 inzwischen ziemlich heruntergekommen aus. Im Innern scheint vieles aber noch intakt. Der unter Denkmalschutz stehende Saal versprüht noch den Charme der 70er-Jahre. Diesen Saal konnten Weißenseer vor wenigen Tagen erstmals nach neun Jahren bei einem Tag der offenen Tür wieder betreten.

Der Verein KBW hatte eingeladen, um über die Geschichte des Hauses und seine Pläne zu informieren. Viele Besucher schwelgten in Erinnerungen. Im Saal fanden Tanztees und Diskotheken statt. Ein Karneval-Club veranstaltete dort seine Prunksitzungen. Es gab Bürgerversammlungen und immer wieder Konzerte im Haus. Das letzte Konzert im Saal gab die Rockband „Die Männer“ am 22. Dezember 2007.

„Rockkonzerte wird es im Saal wohl nicht mehr geben“, sagt Andreas Urbich. Er ist Geschäftsführer des KBW. „Inzwischen entstanden nebenan Wohnungen. Da ist der Lärmschutz zu beachten. Und im unter Denkmalsschutz stehenden Saal werden wir keine ausreichende Lärmdämmung einbauen können. Aber andere Veranstaltungen werden wieder möglich sein.“

Dann führt Andreas Urbich den Reporter durchs Erdgeschoss des Gebäudes. Der Künstler Paul Woods war dort noch bis 2009 aktiv. Er bemalte die Wände mit Zehntausenden kleinen Zeichnungen. Im Obergeschoss befand sich indes viele Jahre die Weißenseer Galerie. Außerdem gab es Räume für Kurse und Workshops.

Alles steht inzwischen seit neun Jahren leer. Das Bezirksamt schloss das Haus aus Kostengründen. Eigentlich sollte es schon längst wieder genutzt werden – als Schauspielschule und Veranstaltungsort. Doch die Pläne scheiterten.

Vor einiger Zeit fuhr Andreas Urbich am Gebäude vorbei. „Für unsere Bildungsangebote brauchen wir mehr Platz. Wir reichten ein Konzept beim Bezirksamt ein – und begannen zu verhandeln.“ Die klaren Vorstellung zur Instandsetzung des stark sanierungsbedürftigen Gebäudes und eine realistische Aussage zu der Finanzierung hätten das Bezirksamt überzeugt, sagt die Stadträtin Christine Keil.

Nach Grobkostenschätzungen seien etwa 5,2 Millionen Euro zu investieren, berichtet Urbich. Vorgesehen ist, dass das KBW das Gebäude für seine Bildungsangebote nutzt. Es entstehen etliche Schulungsräume. Weiterhin soll das Haus für Kultur-, soziale und Nachbarschaftsangeboten zur Verfügung stehen. Auch Gastronomie ist vorgesehen, so Urbich. Damit das Haus mit Leben gefüllt wird, ist das KBW offen für Ideen, Vorschläge und Anfragen von Weißenseer Vereinen und Bürgern. Diese können mit dem KBW per E-Mail info@kbw.de Kontakt aufnehmen.

Wenn alles wie geplant läuft, könnten erste Bauarbeiten nächstes Jahr beginnen. „Wir hoffen, dass wir zum Weißenseer Blumenfest 2019 eröffnen können“, sagt Andreas Urbich zuversichtlich. BW

Weitere Informationen zum KBW finden sich auf www.kbw.de.
Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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