14 Kinderautoren lassen Spannung ohne Diskriminierung entstehen
Ein buntes Abenteuer

So unterschiedlich genießen Jungautoren ihre eigenen Werke. Mariam, Laeticia, Adu und Makzim haben zusammen mit anderen zehn Kindern den 204. Band der Lesemaus-Reihe des Carlsen-Verlages mitgestaltet.
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  • So unterschiedlich genießen Jungautoren ihre eigenen Werke. Mariam, Laeticia, Adu und Makzim haben zusammen mit anderen zehn Kindern den 204. Band der Lesemaus-Reihe des Carlsen-Verlages mitgestaltet.
  • Foto: Christian Schindler
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Der deutsche Kinderschutzbund hat zusammen mit dem Hamburger Carlsen-Verlag ein Buch gegen Rassismus für Kinder ab drei Jahren vorgestellt. Jetzt ging er damit auf Tournee durch Berliner Bibliotheken.

Mariam hat in der Humboldt-Bibliothek ein interessiertes Publikum, als sie aus dem Buch liest, an dem sie mitgeschrieben hat. Die Kinder aus der Kita Rotbuche Hermsdorf finden es spannend, was die fünf Kinder aus dem Band „3-2-1 los! Zusammen sind wir stark!“ erleben. Die sind nämlich in einem Museum mit Dinosaurierskeletten auf der Spur der Vergangenheit, und stolpern plötzlich über eine gar nicht so ferne Zukunft. In einem Raum finden sie eine Maschine, die einem Roboter gleicht. Ein Museumsmitarbeiter erklärt, dass die Maschine eigentlich Müll sortieren soll, dafür aber Zutaten aus dem Weltraum braucht. Und bisher habe sich leider niemand auf die gefährliche Reise getraut.

Wie es 14 Kinderautoren, die Autorin Corinna Fuchs und die Illustratorin Dorothea Tust wollen, finden die Kinder im Museum auch noch eine schon angestaubte Rakete, mit der sie sich auf den Weg machen. Damit gelangen sie in Schnee und in Wüsten und auch unter Wasser, wo ein großer Fisch eine junge Taucherin erst mal als Beute identifiziert.

Mariam gehört zu den vierzehn Kinderautoren, und will sicher gehen, dass ihr auch richtig zugehört wurde. Das Mädchen, das unter Wasser schneller sein muss als der Fisch, muss eine Kokosnuss aus einer Schatztruhe bergen. Mariam fragt ihr noch jüngeres Publikum, welche Farbe die denn habe. Während ein Nichtleser des Buches auf irgendetwas mit Braun tippen würde, kommt die richtige Antwort: „Rosafarben“.

Ein halbes Jahr am Buch gearbeitet

Mariam und ihre drei Begleiter in der Humboldt-Bibliothek gehörten zu dem Team von vierzehn Kindern, die rund ein halbes Jahr an der Entwicklung der Geschichte zusammen mit Autorin und Illustratorin gearbeitet haben – übrigens vor allem in den Ferien.

Der Anstoß zu dem Projekt kam von Cynthia Amosse, Sozialarbeiterin beim Berliner Landesverband des Deutschen Kinderschutzbundes. Sie hatte beobachtet, dass viele der von ihr betreuten Kinder sich in Kinderbüchern nicht wiederfanden: „In den meisten Büchern sind die Helden weiß und heißen Marie oder Paul. Es fehlt an Vielfalt bei Hauttönen, Körperformen oder Namen.“

3000 Exemplare
werden an Berliner Kinder verteilt

In der von den Kindern und den Künstlerinnen entwickelten Geschichte setzt sich der farbige Benjamin ans Steuerpult der Rakete. Richtig bedienen kann er es aber nur, weil Maxi auf den Platz im Cockpit verzichtet. In dem Fluggerät haben nur vier Menschen Platz. Maxi bleibt trotzdem Teil des Teams. Mittels Tablet steuert sie oder er, auch das ist nicht klar, die Rakete mit – quasi als Bodenstation.

Klischees werden auch anderswo aufgebrochen. Der Museumsmitarbeiter, der die Kinder mit dem Müllroboter bekannt macht, heißt Amal, ist farbig und hat sehr blonde Haare.

Das Fehlen schlichter Zuschreibungen wie Hautfarbe oder Geschlecht schien zumindest die Kinder der Kita Rotbuche nicht zu irritieren. Sie konzentrierten sich nach dem Anhören des Abenteuers auf das Malen nach Motiven der Geschichte. Der Kinderschutzbund verteilt übrigens 3000 Exemplare des Buches an Berliner Kinder. Ab Herbst ist Band 204 der Lesemaus (ISBN 978-3-551-08592-4) für 3,99 Euro im Buchhandel erhältlich.

Autor:

Christian Schindler aus Reinickendorf

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