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Fledermäuse schätzen technische Gebäude

Wo: Wasserwerk Tegel, Bernauer Str. 140, 13507 Berlin auf Karte anzeigen
Fledermäuse bleiben lieber unbemerkt, aber Natur ist den Wasserbetrieben wichtig: Der Papagei ist auf ein zum Wasserwerk Tegel gehörendes Gebäude auf der Insel Scharfenberg gemalt, der Gärtner hinter Brunnenmanager Volker Jordan ebenfalls ein Gemälde.
Fledermäuse bleiben lieber unbemerkt, aber Natur ist den Wasserbetrieben wichtig: Der Papagei ist auf ein zum Wasserwerk Tegel gehörendes Gebäude auf der Insel Scharfenberg gemalt, der Gärtner hinter Brunnenmanager Volker Jordan ebenfalls ein Gemälde. (Foto: Christian Schindler)

Tegel. Immer mehr Fledermäuse nutzen das Wasserwerk Tegel, Bernauer Straße 140, zum Überwintern. Aktuell kommen 1587 Tiere in nicht mehr genutzte Teile des Wasserwerks im Wortsinn zum "Abhängen".

Zum Übernachten brauchen auch Fledermäuse eine Decke - und zwar zum Abhängen. Die finden sie immer öfter im Wasserwerk Tegel, dem laut Berliner Wasserwerke inzwischen größten Winterquartier für Fledermäuse in der Hauptstadt. Das haben die aktuellen Zählungen der Arbeitsgemeinschaft Freilandbiologie, BUBO, ergeben.

In nicht mehr genutzten Sandfiltern und Reinwasserbehältern überwintern insgesamt 1587 Fledermäuse, hundert mehr als im Vorjahr. Seit 1989 stellen die Wasserbetriebe nicht mehr genutzte Gebäudeteile ihrer Wasserwerke Tegel und Friedrichshagen den Tieren für ihren Winterschlaf zur Verfügung. In Friedrichshagen, dem zweitgrößten Berliner Wasserwerk, wurden 1512 Übernachtungsgäste gezählt, verteilt auf zwei alte Reinwasserbehälter und fünf Sandfilter. Das ergibt ein Fledermaus-Plus von einem Drittel binnen Jahresfrist.

Wenig überraschend ist die Wasserfledermaus die häufigste in den alten Werken anzutreffende Fledermausart, dicht gefolgt von der Fransenfledermaus, dem Großen Mausohr und Braunen Langohr.

Innerhalb der letzten zwölf Jahre hat sich die Zahl der Wintergäste in Tegel verfünf- und in Friedrichshagen versechsfacht. Das ist auch dem von der Obersten Naturschutzbehörde entwickelten und umgesetzten Artenhilfsprogramm für Fledermäuse zu verdanken. So wurden die ehemaligen Wasserwerksgebäude fledermausgerecht gestaltet: Licht- oder Lüftungsschächte wurden geschlossen oder geöffnet, damit Temperatur und Luftfeuchtigkeit stabil bleiben. Zusätzlich geschaffene Verstecke wie Mauerlücken und an der Wand montierte Dachziegel oder Hohlblocksteine bieten "Kuschelecken" und sichern eine störungsfreie Winterruhe, bei der Katzen und andere Fressfeinde ausgesperrt bleiben.

Christian Schindler / CS
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