Für den Wilhelmsmarkt ist alles vorbereitet
Initiatoren und Marktbetreiber stehen in den Startlöchern

André Schaarschmidt von der Initiative „Wilhelm gibt keine Ruh“ am Kirchenvorplatz an der Goethestraße. In diesem Bereich soll künftig der Wilhelmsmarkt stattfinden.
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  • André Schaarschmidt von der Initiative „Wilhelm gibt keine Ruh“ am Kirchenvorplatz an der Goethestraße. In diesem Bereich soll künftig der Wilhelmsmarkt stattfinden.
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Der Ortsteil bekommt demnächst einen Wochenmarkt. Das Besondere an ihm: Er wird in einer Kooperation von der Initiative „Wilhelm gibt keine Ruh“ und dem Marktbetreiber Rainer Perske betrieben.

Zur Initiative „Wilhelm gibt keine Ruh“ schlossen sich engagierte Bewohner des Ortsteils vor zwei Jahren zusammen. Sie störte, dass immer mehr Läden an der Hauptstraße dicht machten. Der Leerstand wuchs. Gemeinsam erarbeiteten die Kiezbewohner eine Vision, wie das Ortsteilzentrum wieder belebt und attraktiver werden könnte. Mit ihrem Konzept bewarb sich die Initiative im Herbst 2019 beim Mittendrin Berlin!-Wettbewerb. Anfang 2020 erhielten sie als eines von drei Gewinner-Teams den Zuschlag für eine professionelle Unterstützung sowie finanzielle Mittel für Projekte.

Nach einer Ausschreibung durch die Senatsverwaltung erhielt das Büro „die raumplaner“ den Auftrag, mit der Initiative ein Konzept für eine Belebung des Ortsteilzentrums zu erarbeiten. Als nachhaltig wirkendes Projekt kristallisierte sich vor allem ein Wochenmarkt heraus, den sich viele Wilhelmsruher wünschen. „Gemeinsam mit den raumplanern haben wir dann konzeptionelle Ideen entwickelt“, berichtet André Schaarschmidt, einer der Engagierten. Unter anderem wurde analysiert, ob und welche Märkte es in angrenzenden Ortsteilen gibt, damit es zu keiner Konkurrenzsituation kommt. Außerdem wurde nach einem Marktbetreiber gesucht, der Lust hat, dieses Wochenmarkt-Vorhaben voran- und den Markt dann auch zu betreiben. Denn der Initiative wurde nach und nach klar: Solch einen regelmäßig stattfindenden Markt zu betreiben ist mit einem Aufwand verbunden, der nicht ehrenamtlich nebenbei zu leisten ist. „Wir haben deshalb mit mehreren Marktbetreibern Kontakt aufgenommen“, berichtet André Schaarschmidt. Letztlich erklärte sich Rainer Perske bereit, Teil des Kiezprojektes „Wilhelmsmarkt“ zu werden. Und seit einigen Monaten wird das Vorhaben gemeinsam vorangetrieben.

Wochenmarkt mit Aufenthaltsqualität

Einen kleinen Test für Angebote, die auf dem Wochenmarkt laufen könnten, gab es in den zurückliegenden Monaten schon mal im einstigen Fleischwaren-Geschäft in der Hauptstraße 24. Dort eröffnete die Initiative einen Pop-up-Kiezladen mit regionalen Produkten, umrahmt von einer Kunstaustellung.

„Wir wollen in unserem Kiez einen Wochenmarkt mit Aufenthaltsqualität etablieren“, sagt André Schaarschmidt. Das heißt, dass es nicht nur bis zu 30 kommerzielle Marktstände, sondern auch bis zu zehn Stände geben soll, an denen sich gemeinnützige Vereine, Initiativen und Projekte kostenlos präsentieren können. Als geeigneter Straßenabschnitt, auf dem der Wochenmarkt stattfinden soll, ist inzwischen die Goethestraße von der Hauptstraße bis zur Hielscherstraße festgelegt worden. Dieser Abschnitt liegt genau zwischen der Wilhelmsruher Nachbarschaftsbibliothek und der evangelischen Kirche. Mit letzterer wurde verabredet, dass auf deren Vorplatz ein Familienbereich entsteht, in dem Kinder spielen und Nachbarn ins Gespräch kommen können.

„Wochenmarkt mit Aufenthaltsqualität“ heißt für die Initiatoren auch, dass regelmäßig thematische Veranstaltungen stattfinden sollen. Geplant sind unter anderem die Einbindung des Wochenmarktes in ein Hof-Flohmarkt-Wochenende, der Auftritt von Musikern aus dem Kiez, Ferienaktionen für Kinder sowie ein Tag der Nachhaltigkeit.

Antrag auf Genehmigung
beim Bezirksamt gestellt

Ein sechsköpfiger Arbeitskreis hat inzwischen bereits gemeinsam mit Rainer Perske einen Kooperationsvertrag ausgearbeitet sowie einen Stellplan für die Stände entwickelt. Dieses Team macht sich bereits auch Gedanken über die Wochenmarkt-Eröffnungsfeier. Denn inzwischen wurde beim Bezirksamt auch schon ein Antrag auf Genehmigung des Wochenmarktes eingereicht. Dort läuft noch die interne Abstimmung.

Sobald der Markt genehmigt ist, beginnen die Ehrenamtlichen mit der Werbung für ihren Markt über soziale Medien-Kanäle und mit Flyern. Dafür ist bereits die Website www.wilhelmsmarkt.de vorbereitet. Stattfinden soll der neue Wochenmarkt dann an jedem Sonnabend von 10 bis 16 Uhr. Mit ihm wird dann zugleich, resultierend aus dem Mittendrin Berlin!-Wettbewerb, ein nachhaltiges Zentren-Projekt gestartet.

Mehr zur Initiative „Wilhelm gibt keine Ruh“ ist auf www.wilhelm-gibt-keine-ruh.de zu erfahren.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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