Erstmal passiert nichts: Bauanträge für die Krautstraße ruhen

Um die vorgesehenen Baugrundstücke in der Krautstraße sind zu Beginn des Jahres Zäune aufgestellt worden. Auch Bäume sollten gefällt werden. Zunächst wird sich dort aber nichts tun. (Foto: Thomas Frey)
Berlin: Krautstraße |

Friedrichshain. Das Tauziehen um den geplanten Neubau von sogenannten Punkthochhäusern an der Krautstraße geht in eine neue Phase.

Die Bauanträge für diese Vorhaben würden derzeit ruhen, erklärte Baustadtrat Florian Schmidt (Bündnis 90/Grüne). Die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) als Bauherr bestätigt das. Es gehe um eine weitere Beteiligung, auch insgesamt zu den Planungen in Friedrichshain-West. Die WBM hätte damit "kein Problem".

Bisher klang das etwas anders. Die gesamte Nachverdichtung in diesem Gebiet mit zuletzt 18 geplanten Hochhäusern wurde lange als dringliches Projekt für mehr und preisgünstige Wohnungen deklariert. Sie sollte mit Hilfe des Paragrafen 34 Baugesetzbuch realisiert werden. Sehr schnell wurden für viele Flächen auch Bauvorbescheidsanfragen gestellt.

Dagegen formierte sich Protest von Anwohnern. Der Bezirk brachte im Frühjahr 2016 ein Bebauungsplanverfahren auf den Weg. Darauf wollte zwar die WBM an vielen Stellen eingehen, für zwei Gebäude an der Krautstraße stellte sie allerdings Bauanträge. Die Arbeiten sollten eigentlich in Kürze beginnen.

Dass das erst einmal nicht passiert, liegt an der neuen Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke). Die Senatsverwaltung wolle eine weitere Partizipation, auch eine Diskussion über die bisherigen Entwürfe, lässt die Wohnungsbaugesellschaft durchblicken. Sie sehe in Friedrichshain-West in dieser Richtung keinen Nachholbedarf, deshalb sei abzuwarten, welche Vorschläge es dazu noch gebe.

Die Anwohnerinitiative beklagte dagegen eine zunächst überhaupt nicht bestehende und danach interessengeleitete Bürgerbeteiligung. Dass die Neubauten an der Krautstraße auf Eis liegen, sei natürlich zu begrüßen, sagt Gisela Wendrock, eine der Sprecherinnen der Initiative. Sie macht gleichzeitig klar, dass die bisherigen Forderungen weiter auf dem Tisch bleiben. Deren Maximalziel lautet: überhaupt keine Nachverdichtung. Als Argumente werden unter anderem zu enger Abstand zwischen den Gebäuden und damit Auswirkungen auf die Sonneneinstrahlung und die Frischluftzufuhr vorgebracht. Zudem fehle die entsprechende Infrastruktur für die weiteren Bewohner. tf
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