Bestseller und Tip Toi: Welche Bücher angesagt sind

Andrea Lindow-Bahl (Foto: Thomas Frey)

Friedrichshain-Kreuzberg. Andrea Lindow-Bahl ist Leiterin des Kinder- und Jugendbereichs in der Bezirkszentralbibliothek "Pablo Neruda". Berliner-Woche-Reporter Thomas Frey sprach mit ihr über das Leseverhalten und Leseinteresse nicht nur von Heranwachsenden.

Wie viele Besucher kamen 2015 in Ihre Bibliothek?

Lindow-Bahl: Exakt 263 285. Wie viele davon Kinder oder Jugendliche waren, darüber haben wir keine Zahlen. Sie machten aber einen großen Teil der 7386 Gäste bei unseren Veranstaltungen aus. Im Schnitt besuchen uns pro Woche drei Schulklassen, das macht rund 150 im Jahr. Dazu kommen noch jede Menge Kitagruppen.

Welche Bücher sind besonders angesagt?

Lindow-Bahl: Bei Erwachsenen vor allem die aktuellen Bestseller. Ebenso Bücher, die gerade verfilmt wurden oder im Gespräch sind. Dazu Kochbücher, Kunstbücher, Reisebücher und alles, was mit Sprachen zu tun hat. Auch Literatur zum Thema Wirtschaft, etwa für BWL-Studenten, wird häufig nachgefragt. Bei Kindern sind es Bilderbücher, Belletristik, besonders auch Comicromane und "normale" Comics. Außerdem derzeit die Tip Toi-Reihe.

Wie beliebt sind andere Medien, etwa Hörbuch, CD oder DVD?

Lindow-Bahl: Nicht nur sie, sondern auch andere Angebote wie elektronische Ressourcen, das heißt Download- oder sogar Streaming-Material machen inzwischen einen immer größeren Anteil aus. Dieser Trend setzt sich wahrscheinlich fort. Das klassische gedruckte Buch wird zurückgedrängt, aber nie ganz aussterben.

Welche Unterschiede im Leseverhalten verschiedener Altersgruppen lassen sich feststellen?

Lindow-Bahl: Kinder haben vor allem Interesse, wenn Lesen auch in ihrem Elternhaus eine Rolle spielt. Jugendliche sind noch immer am wenigsten dafür zu begeistern. Das kann sich ändern, wenn sie erwachsen werden. Ich habe das oft während meiner langen Zeit in der Mittelpunktbibliothek in der Adalbertstraße erlebt. Da lernte ich viele Besucher in jungen Jahren kennen. Dann kamen sie eine Weile nicht mehr und tauchten wieder auf, als sie selbst Kinder hatten.
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