Prävention statt Restriktion: Stadträte fordern mehr Geld für Kinder und Jugendliche

"Mehr Geld in den Topf." Diese Kampagne der Kinder-, Jugend- und Familieneinrichtungen unterstützen die Stadträte Falko Liecke, Juliane Witt, Sabine Smentek und Bürgermeisterin Monika Herrmann (erste Reihe von links). (Foto: Thomas Frey)

Friedrichshain-Kreuzberg. Die drei Damen und den Herrn trennt politisch eine Menge. In einem Punkt sind sie sich aber einig. Die Kinder-, Jugend- und Familienarbeit nicht nur in ihren Bezirken braucht zusätzliche Mittel.

Diese Forderung formulierten am 25. November Friedrichshain-Kreuzbergs Bürgermeisterin Monika Herrmann (Bündnis90/Grüne) sowie die Jugend- und Familienstadträte Sabine Smentek (SPD, Mitte), Falko Liecke (CDU, Neukölln) und Juliane Witt (Linke, Marzahn-Hellersdorf) bei einem gemeinsamen Auftritt im Kreuzberger Jugendtreff KMAntenne (KMA) an der Friedrichstraße. Sie unterstützten damit die Kampagne „Mehr Geld in den Topf“, mit der Einrichtungen und Träger für eine bessere finanzielle Ausstattung werben.

Für die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen in Berlin wurden im vergangenen Jahr insgesamt 79,8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das sind über elf Millionen weniger, als noch 2010. Die inzwischen zugesagten zusätzlichen 4,9 Millionen halten die Stadträte für absolut nicht ausreichend und verweisen dabei nicht nur auf den Bevölkerungszuwachs.

Sie fordern, dass es für die Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und Familienförderung eine gesetzliche Regelfinanzierung geben muss. Bisher läuft dieser Bereich unter Freiwillige Soziale Leistungen. Deshalb kann hier je nach Kassenlage erhöht oder gekürzt werden.

Abgesehen davon, dass diese Einordnung rechtlich fragwürdig sei, käme sie am Ende teurer, meinte Monika Herrmann.

Den wichtigen Beitrag für Integration, Bildung und Teilhabe und damit insgesamt zur Prävention machten auch ihre Kollegen deutlich. Wenngleich mit unterschiedlichen Akzenten. Für Falko Liecke bedeuten die Freizeiteinrichtungen für viele Heranwachsende aus prekären Familienverhältnissen einen wichtigen Halt. Das gehe bis zur regelmäßigen Mahlzeit, die sie zu Hause nicht bekommen.

Juliane Witt wollte die Arbeit der Jugendtreffs nicht auf ein bestimmtes Klientel reduziert sehen. Vielmehr sollten ja gerade unterschiedliche Gruppen zusammen kommen. Insgesamt werde dort eine „Wartung“ geleistet, um spätere Reparaturen möglichst zu vermeiden, fand schließlich Sabine Smentek. tf
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