Jetzt ist die Weltzeituhr wieder komplett

Ziffernblatt, Zeiger oder Gehäuse: Die geklauten Einzelteile der Uhr wurden von Metallbauern in Handarbeit nachgebaut. (Foto: Dirk Jericho)
Berlin: Alexanderplatz |

Mitte. Die Weltzeituhr, die vom Landesdenkmalamt gerade in der Denkmalliste aufgenommen wurde, ist wieder komplett.

Unbekannte hatten im März eine der vier runden Uhren aus der Halterung gerissen, die an der Säule der Weltzeituhr hängen. Das zuständige Straßenamt hatte daraufhin eine Firma gesucht, die die Uhr nachbauen kann. Die Firma A&A Services, die auch für die Wartung der berühmten Weltzeituhr zuständig ist, hat sich den Nachbau zugetraut und alles, vom Alu-Ziffernblatt, den Zeigern, dem Gehäuse und dem Uhrwerk von Metallbauern in Handarbeit produzieren lassen. Die Ersatzuhr hat das Bezirksamt 2600 Euro gekostet.

Die 16 Tonnen schwere Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz wurde vom Industriedesigner Erich John entworfen und vom Metallbildhauer Hans-Joachim Kunsch gestaltet. Sie ist zehn Meter hoch und wurde 1969 im Zuge der sozialistischen Neugestaltung des Platzes aufgestellt. Auf einer Säule dreht sich ein mit geätzten Aluminiumplatten verkleideter, farbig emaillierter Zylinder, der in 24 Segmenten verschiedene Länder der Erde darstellt und die Uhrzeiten wichtiger Städte anzeigt. In der Rotunde sind die Namen von 148 Städten eingefräst. Die über dem Zylinder auf rotierenden Metallkreisen angebrachten Kugeln symbolisieren die Planeten auf ihren Bahnen. Der Boden unterhalb der Stahlkonstruktion wurde mit einem Mosaik in Form einer Windrose gestaltet.

Der Bau der berühmten Uhr dauerte neun Monate. An dem Projekt waren insgesamt 120 Fachleute beteiligt. 1997 wurde die Uhr für rund 230 000 Euro unter der Verantwortung von Hans-Joachim Kunsch saniert. DJ
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