Rathausforum wird nicht bebaut: Senat stimmt für Bürgerleitlinien aus der Stadtdebatte / Wettbewerb vorbereitet

Berlin: Rathausforum |

Mitte. In der Diskussion um die Zukunft der Flächen zwischen Fernsehturm und Spree hat der Senat jetzt den zehn Bürgerleitlinien zur Berliner Mitte zugestimmt. „Eine Privatisierung ist vom Tisch“, sagt Bausenator Andreas Geisel (SPD).

Soll die historische Mitte zwischen Fernsehturm und Spree sowie zwischen Rotem Rathaus und Marienkirche auf altem Stadtgrundriss rekonstruiert werden? Nein, so das Ergebnis der Stadtdebatte „Alte Mitte – neue Liebe“, die der Senat im April vergangenen Jahres gestartet hatte. Über 10 000 Menschen hatten in Workshops, Fachkolloquien, bei Erkundungstouren, Theater und im Internet darüber diskutiert, wie das riesige Areal einmal aussehen soll. Die Ergebnisse der Stadtdebatte wurden in zehn Bürgerleitlinien zusammengefasst, die jetzt dem Abgeordnetenhaus zur Abstimmung vorgelegt werden. Die Leitlinien bilden die Grundlage „für weitere vertiefende Untersuchungen“, so Geisel. In einem städtebaulichen Wettbewerb sollen Experten ein Nutzungskonzept erarbeiten. Geisel bezeichnete die Stadtdebatte „einen beispielhaften Beteiligungsprozess“, dessen Ergebnis „nicht in Schubladen verschwindet“. Nach jahrelangen Diskussionen unter Fachleuten hatten die Bürger klar für einen öffentlichen, grundsätzlich nicht kommerziellen Raum votiert, so der Senator. „Eine Privatisierung ist vom Tisch.“ Wohnhäuser und Shoppingcenter werden nicht gebaut.

Laut Bürgerleitlinien soll das Rathausforum „ein Ort für alle mit vielfältigen Nutzungen sein“. „Erinnerungselemente“ wie zum Beispiel archäologische Fenster sollen die Geschichte erlebbar machen. Die Grünflächen werden nicht verringert und aufgewertet. Das Areal wird ein Ort der Kultur und Kreativität; der Platz vor dem Roten Rathaus soll für politische Debatten, Demonstrationen, Konzerte oder Ausstellungen genutzt werden. Dazu könnte ein Pavillon vor dem Rathaus entstehen. Befürworter einer Rekonstruktion der historischen Mitte wie Annette Ahme, Vorsitzende des Vereins Berliner Historische Mitte, kritisieren die vom Senat organisierte Stadtdebatte. Für Ahme war sie „ein absurd klippschulartiger Diskussionsprozess" und „keine repräsentative Beteiligung“. Man könne das Bisherige „allenfalls als vorsichtige Annäherung werten“. DJ
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.