Sechs Spuren sind zu viel: BUND fordert Änderung der Bebauungspläne für den Molkenmarkt

Berlin: Molkenmarkt |

Mitte. Die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfs für den Molkenmarkt/Klosterviertel (1-14) ist abgeschlossen. Derzeit werden die Einwände in der Senatsbauverwaltung ausgewertet. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) protestiert gegen die Straßenpläne.

Rote, schwarze, grüne oder blaue Autos und LKW fahren über den sechsspurigen Straßenzug Mühlendamm/Molkenmarkt/Grunerstraße. Auf einem Video ist die Straßenbahn auf eigener Mitteltrasse zu sehen, die irgendwann einmal vom Alex zum Potsdamer Platz fahren soll. Die Verkehrssimulation hat die Senatsbauverwaltung auf Youtube hochgeladen. Die vier Filme gehören zu den Unterlagen des B-Planverfahrens zum Molkenmarkt. Der Senat will das Areal der einstigen Berliner Altstadt zwischen den erhaltenen Gebäuden wie das Rote Rathaus, die Parochialkirche und das Alte Stadthaus neu ordnen und das Klosterviertel wieder auf historischem Stadtgrundriss errichten. Auf der heutigen Grunerstraße mit dem mittleren Parkstreifen standen einst zahlreiche Häuser. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Ruinen in der DDR abgerissen.

Der BUND ist für die Wiederherstellung der historischen Stadtstrukturen, kritisiert aber die geplante Straße. Die jetzige Megaschneise wird verschwenkt und zukünftig direkt vorm Roten Rathaus vorbeigeführt. Die Trasse bleibt aber sechsspurig und verhindere somit die Verknüpfung der Stadtquartiere Nikolaiviertel und Klosterviertel, so BUND-Verkehrsexperte Martin Schlegel. Ihn ärgert auch, dass die neue Straßenbahnstrecke nicht gleich mitgeplant und mitgebaut wird. Der Bau der neuen Straßenbahnstrecke vom Alexanderplatz zum Kulturforum sollte eigentlich in dieser Wahlperiode begonnen werden, heißt es auch im Koalitionsvertrag von SPD und CDU. Wie Martin Pallgen, Sprecher von Bausenator Andreas Geisel (SPD) sagte, soll das Planfeststellungsverfahren für die Straßenbahn 2017 starten. Noch ist die konkrete Verkehrsführung nicht geklärt. Endpunkt soll wahrscheinlich der Mittelstreifen der Potsdamer Straße vorm Kulturforum werden. Unklar ist laut Pallgen noch, „ob die Bahn über die Leipziger Straße oder über parallele Straßen geführt werden soll.“ DJ
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.