Anja Siegemund ist neue Direktorin des Centrum Judaicum

Anja Siegemund ist neue Direktorin des Centrum Judaicum. (Foto: Anja Siegemund)
Berlin: Centrum Judaicum |

Mitte. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Dr. Gideon Joffe, die neue Direktorin des Centrum Judaicum in der Oranienburger Straße vorgestellt.

Die 48-jährige Historikerin Anja Siegemund tritt die Nachfolge von Gründungsdirektor Hermann Simon an, der in den Ruhestand geht. Er stand seit 1988 an der Spitze der Stiftung „Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum“.

Die bewahrten Reste der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Synagoge mit der goldenen Kuppel besuchen jährlich 130 000 Menschen, vor allem Touristen. Im Centrum Judaicum gibt es eine Dauerausstellung und ein Archiv zur jüdischen Geschichte. Die meisten Besucher sind Touristen. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Gideon Joffe, freut sich über die neue Chefin. „Frau Dr. Siegemund ist bestens geeignet, das Centrum Judaicum zu führen und zu repräsentieren“, so Joffe. Er wünscht sich, „dass künftig mehr Berliner Schüler die Synagoge besuchen und das lebendige Judentum kennenlernen, das sich in Berlin entfaltet.“

Anja Siegemund war sechs Jahre lang Direktorin des Leo Baeck Instituts Jerusalem in Israel. Die Historikerin ist auf die Geschichte der Juden in Deutschland und Zentraleuropa spezialisiert und hat auch in der KZ-Gedenkstätte Dachau und im Haus der Wannseekonferenz gearbeitet.

Die neue Chefin, die bereits von 1999 bis 2002 in Berlin lebte, will die Dauerausstellung überarbeiten und einen wissenschaftlichen Beirat gründen. Auch ein Cafe als Ort der Begegnung wünscht sie sich. „Berlin ist für mich eine der großen kulturellen und faszinierenden Metropolen der Welt. Ich freue mich darauf, hier zu leben und zu arbeiten“, sagte die Direktorin, die am 1. September ihren Dienst beginnt.

Das Centrum Judaicum ist eine gemeinsame Einrichtung der Jüdischen Gemeinde und des Landes Berlin. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) kündigte an, den Senatszuschuss um 100.000 auf 520.000 Euro zu erhöhen. Dem muss das Abgeordnetenhaus aber noch zustimmen. Insgesamt liegt der Gesamtetat des Centrum Judaicum bei jährlich drei Millionen Euro. DJ
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