Nach dem Tod der letzten Stadtbärin: Ideen für Zwingernutzung

Berlin: Bärenzwinger im Köllnischen Park |

Mitte. Berlins letzte Stadtbärin Schnute ist am 11. Oktober in ihrem Zwinger im Köllnischen Park eingeschläfert worden. Der Bärenzwinger soll nicht mehr als Tiergehege genutzt werden.

Zum Schluss war Schnute so schwach, dass sie es nicht mehr in den Stall schaffte und draußen übernachten musste. Die Bärin litt an Arthrose, wurde seit Monaten mit Medikamenten behandelt. „Die chronisch degenerativen Erkrankungen des Gelenkapparates und der stark retardierte Allgemeinzustand waren nicht mehr therapierbar und ließen aus tierschutzrechtlicher Sicht nur das Einschläfern der Braunbärin Schnute zu“, sagte der für den Bärenzwinger zuständige Stadtrat Carsten Spallek (CDU). Schnute wurde 34 Jahre alt, ein sehr hohes Alter für Bären. Laut Spallek soll das Tier obduziert werden, um die genaue Todesursache zu ermitteln. Schnute wird auf jeden Fall nicht präpariert und ihr Kadaver fachgerecht beseitigt.

Mit dem Tod von Schnute endet die Nutzung des 1939 eröffneten Bärenzwingers im Köllnischen Park als Tiergehege. Stadtbär Tilo starb bereits 2007, Schnutes Tochter Maxi 2013. Tierschützer wie die Organisation Vier Pfoten hatten jahrelang den Umzug der Bären in einen Bärenpark gefordert. Dafür hätte die alte Bärin allerdings betäubt werden müssen. Tierärzte befürchteten, dass Schnute dies nicht überleben würde. Die Bezirksverordnetenversammlung hatte deshalb 2014 beschlossen, die letzte Bärin nicht mehr umzusiedeln. Der Bezirk ließ den Zwinger noch für 21 000 Euro umbauen, um die Bedingungen für Schnute zu verbessern. So wurden zum Beispiel die leeren Wassergräben rund um den Zwinger mit Rindenmulch aufgefüllt, um die Lauffläche in der knapp 500 Quadratmeter großen Anlage zu vergrößern.

Was aus dem Bärenzwinger wird, ist noch unklar. Laut Baustadtrat Carsten Spallek hat das benachbarte Märkische Museum Interesse, die Anlage für Ausstellungen zu nutzen. Museumssprecherin Anja Schulze bestätigt Pläne für „museumspädagogische Angebote.“ Die Anlage könnte als Lapidarium genutzt werden, in dem Ausstellungsstücke wie Skulpturen gezeigt werden. Es gab auch schon Überlegungen, den Bärenzwinger zu einem Parkcafé umzubauen. DJ
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