Zwinger von Stadtbärin Schnute soll besser werden

Mitte. In den kommenden Wochen beginnen die Umbauarbeiten im Bärenzwinger im Köllnischen Park. Die 33-jährige Stadtbärin Schnute bekommt mehr Platz.

Nach dem BVV-Beschluss, die letzte Stadtbärin nicht aus ihrem Zwinger im Köllnischen Park in einen Bärenwald umzusiedeln, beginnen demnächst die Umbauarbeiten im Gehege. Damit Schnute mehr Auslauf bekommt, sollen die leeren Wassergräben rund um den Zwinger mit Rasenfläche versehen werden. Lieber wäre Amtstierarzt Ulrich Lindemann, wenn die umlaufenden Gräben mit rund 20 Zentimeter Wasser gefüllt werden, damit Schnute darin planschen kann.

Was nun genau gemacht wird, wollen Lindemann und das für den Zwinger zuständige Grünflächenamt am 6. Mai bei einem Vororttermin besprechen. Außerdem empfiehlt Lindemann, ein größeres Badebecken für Schnute mit bis zu 80 Zentimeter Wassertiefe zu bauen. Laut Hans-Joachim Bathe-Peters, Chef des Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamtes (VetLeb), werde der Zwinger nach dem Umbau den Anforderungen des neuen Säugetiergutachtens entsprechen. Die Kosten für den Umbau schätzt Stadtrat Carsten Spallek (CDU) auf etwa 10 000 Euro. Die Ausschreibungen für die Bauarbeiten sind raus, die ersten Firmenangebote da.

Viel ist es jedoch nicht, womit Schnutes Lebensbedingungen im Zwinger verbessert werden können. Carsten Hertwig von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten, der sich seit acht Jahren für den Umzug der drei Berliner Bären (Stadtbär Tilo starb 2007, Schnutes Tochter Maxi 2013) in den Bärenwald Müritz eingesetzt hat, ist traurig, dass Schnute bis zum Tod im Zwinger bleiben muss. "Sie hätte ein schöneres Leben haben können", sagt der Chef des Bärenparks in Stuer am Plauer See, in dem derzeit 20 Braunbären leben. "Für Schnute war immer Platz, wir haben mehrfach angeboten, alle Transport- und zukünftigen Unterhaltskosten der Bären zu übernehmen", so Hertwig. Er ist "sehr enttäuscht, weil das Bezirksamt alles ignoriert hat." Zum tierartgerechten Umbau des Zwingers kann der Bärenexperte nichts sagen. "Wir waren nicht involviert. Uns hat niemand gefragt", so Carsten Hertwig.


Dirk Jericho / DJ
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