Streit um Sportplatzgeschenk: UEFA spendiert Koppenplatz-Schule Fußballplatz

Auch Bürgermeister Christian Hanke (Mitte) kam zur Eröffnung des neuen Maxi-Pitch-Spielfeldes. (Foto: Dirk Jericho)
Berlin: Grundschule am Koppenplatz |

Mitte. Alle freuen sich über den neuen Sportplatz, nur die Grünen meckern über die Spende der UEFA.

Anlässlich des Champions-League-Finales am 6. Juni in Berlin hat der europäische Fußballverband UEFA der Grundschule am Koppenplatz ein neues Fußballfeld geschenkt. Es sei „Tradition, den Endspielorten der Clubwettbewerbe ein solches Feld zu hinterlassen“, sagte Frank Ludolph, UEFA-Direktor für Fußballerziehung, bei der offiziellen Einweihung am 5. Juni. Neben Ludolph waren Willi Hink, Direktor für Amateurfußball beim DFB, der Präsident des Berliner Fußball-Verbandes Bernd Schultz, Bürgermeister Christian Hanke sowie Schulstadträtin Sabine Smentek (beide SPD) in die Filiale in der Bergstraße 5 gekommen. Viel Prominenz für die UEFA-Imageshow. Und sogar Ex-Fußballstar Cafu, zweifacher Weltmeister mit Brasilien, kam zur Platzeröffnung und hatte den Original-Champions-League-Pokal zum Bestaunen dabei.

Die UEFA hat 100 000 Euro für das neue Maxi-Pitch-Spielfeld (42 mal 21 Meter), wie der neue Fußballplatz genannt wird, im Rahmen der „UEFA grassroots donation“ locker gemacht. Die Kunstrasenfirma Polytan hat direkt neben dem neuen Kleinspielfeld noch ein Mini-Pitch gebaut und der Schule geschenkt. „Wir hatten das so mit den zwei Plätzen konzipiert. Weil die UEFA nur das Maxi-Pitch-Feld finanzieren wollte, haben wir die zusätzlichen Kosten von 60 000 Euro für das Minifeld übernommen“, sagte Jan Lauterbach von der Firma Polytan.

Die Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung vermuten, dass die UEFA sich mit der Spende beim Bezirksamt erkenntlich zeigen wollte, weil der Bezirk das Fanfest zum Champions-League-Finale und das umstrittene Kleinstadion am Brandenburger Tor genehmigt hat. Auch sei mit der Koppenplatz-Schule eine Schule mit wenigen Schülern ausgewählt worden, zeigte sich Grünen-Fraktionssprecher Marc Urbatsch verwundert. Schulstadträtin Sabine Smentek nannte den Grünen-Vorwurf, dass die Spende in Zusammenhang mit der Genehmigung des Fanfestes stünde, „eine Unverschämtheit.“ Warum gerade diese Schule ausgewählt wurde, wusste sie nicht. Die UEFA habe diese Schule ausgewählt.

Wie es zur Vergabe nach Mitte kam, kann Lyes Bouziane erklären. Er ist Jugendleiter beim SV Rot-Weiß Viktoria Mitte, der mit seinen Fußballteams neben dem Sportplatz in der Stralsunder Straße auch auf dem alten Hartplatz hinter dem Schulhof in der Bergstraße trainiert. Als der SV Rot-Weiß von der UEFA-Spendenaktion erfahren hat, hat er sich beim Berliner Fußballverband beworben, sagt Bouziane. Der Standort wurde schließlich aus drei Vorschlägen ausgewählt, weil er die Vorgaben (unter anderem Doppelnutzung durch Schule und Sportverein) erfüllt und weil Mitte die wenigsten Sportflächen hat, so Bouziane. Den Aufschrei der Grünen und die Vermutung der vermeintlichen Bevorzugung nannte der Fußballtrainer „völligen Unsinn“.

DJ
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