Schüler und Eltern demonstrieren für sicheren Übergang

Schüler und Eltern demonstrieren für eine Fußgängerampel. Bisher besteht für die Kinder Gefahr für Leib und Leben auf dem Weg zur Schule. (Foto: Dirk Jericho)

Mitte. Seit Jahren fordern Eltern und Lehrer der staatlichen Europaschule (deutsch-portugiesisch) Neues Tor in der Hannoverschen Straße eine Fußgängerampel.

Für wenige Minuten konnten die Kinder sicher über die Straße. Die Polizei hatte die Hannoversche Straße kurz für die erste Demo der Kinder und Eltern gesperrt. "Wir wollen eine Ampel" schrieen die Kleinen und hielten Plakate wie "VLB versagt" oder "Ampel her" hoch. "Die Schule liegt auf einer verkehrsumtosten Insel", sagt Elternvertreter Jochen Geppert, der die Schuldemo organisiert hat. Rundherum sind Baustellen und stark befahrene Straßen; schwere LKW donnern im Minutentakt vorbei. Die Charite direkt neben der Schule saniert gerade ihr Bettenhochhaus und baut eine neue Rettungsstelle, die Humboldt-Uni errichtet ein Laborgebäude und die Invalidenstraße ist seit Jahren Baustelle. Letzteres ist in diesem Fall eher ein Glück. Denn wegen der Invalidenstraße steht seit drei Jahren an der Ecke Hannoversche/Hessische Straße eine Baustellenampel. Die soll aber am Jahresende weg. "Dann gibt es keinen sicheren Schulweg mehr", sagt Geppert.

Wegen der gefährlichen Situation würden Eltern selbst Sechstklässler noch zur Schule bringen, weil sie Angst haben, dass ihre Kinder überfahren werden. Eine enorme Belastung, denn die 380 Schüler kommen aus der ganzen Stadt in die Europaschule.

Die Verkehrslenkung Berlin (VLB) hat bereits im August 2012 eine Fußgängerampel zwischen der Mensa Nord und dem Hauptzugang der Grundschule angeordnet. Auch die Studenten und Beschäftigten der Humboldtuni und Charite brauchen diese Ampel. Wie Geppert sagt, sei das Geld für die Ampel im Haushalt 2014 eingestellt. "Wegen des Versagens der ausführenden Behörde VLB ist die Realisierung jedoch nicht absehbar", ärgert sich Geppert. Er nennt das Verwaltungschaos "organisierte Unzuständigkeit". Die einzelnen Ämter schieben sich die Verantwortung gegenseitig zu. "Unsere jahrelangen Bemühungen werden ständig sabotiert", sagt Jochen Geppert. Es sei "schieres Glück, dass bisher kein Kind zu Schaden gekommen ist."

Die Eltern wollen die unhaltbaren Zustände nicht mehr hinnehmen und fordern den zuständigen Bausenator Michael Müller (SPD) auf, "endlich die politische Verantwortung für diese Situation zu übernehmen", so Geppert. Elternvertreter und Schulleitung hatten im September erneut an den Noch-Senator und zukünftigen Regierenden Bürgermeister Michael Müller geschrieben. "Bisher haben wir keine Antwort erhalten", sagt Jochen Geppert. Die wird vermutlich demnächst eintreffen.

Auf Nachfrage der Berliner Woche zum Verkehrschaos vor der Grundschule sagte Müllers Sprecherin Petra Rohland: "Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir zunächst den Brief der Schule beantworten wollen, bevor wir dessen Inhalt mit den Medien besprechen. Der Antwortbrief wird in den nächsten Tagen zugehen."


Dirk Jericho / DJ
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