Broadway Neukölln: Wie weiter an der Karl-Marx-Straße?

Das Bezirksamt legte eine Konzeption für den Block 182 vor. (Foto: KT)

Neukölln. Noch laufen die Bauarbeiten auf der Karl-Marx-Straße auf vollen Touren. Umleitungen und Stau sind angesagt. Doch das Stadtplanungsamt denkt einen Schritt weiter und hat Konzepte für die Straße vorgelegt, wie es nach Abschluss der Bauarbeiten weitergehen kann.

Schließlich ist die große Idee, dass sich die Hauptverkehrsstraße zum "Broadway von Neukölln" entwickeln soll. So legte das Stadtplanungsamt bei einer Einwohnerversammlung am Mittwoch, 11. Februar, im Rathaus eine Entwicklungskonzeption für den Block 182 vor. Das sind die Häuser zwischen Mittelweg, Bornsdorfer Straße und Saltykowstraße. Im März soll die Bezirksverordnetenversammlung über diese Entwicklungskonzeption beschließen.

Grundgedanke der Konzeption ist es, die Ansicht der Häuser zu erhalten. Viele Häuser haben noch die Stuckfassade aus der Gründerzeit. Diese soll unbedingt erhalten bleiben. Zum Block 182 gehört auch mit der Hausnummer 178 ein Baudenkmal.

So erklärte Rolf Groth vom Stadtplanungsamt: "Es ist eine Konzeption, die nicht sofort in Baupläne umgesetzt wird. Sie wird erst wirksam, wenn ein Eigentümer einen Bauantrag stellt." Damit will das Bezirksamt erreichen, dass die Wohnqualität erhalten bleibt. So soll eine weitere Verdichtung verhindert werden. Auch ein Ausbau der Dachgeschosse wird es nur dort geben, wo es möglich ist.

"Der Bezirk hat 16 Leitlinie erarbeitet, wie mit solch alten Gebäuden umgegangen werden soll", sagte Oliver Türk.

Auch der große grüne Innenhof soll so erhalten bleiben, wie er heute ist. Der alte Baumbestand soll bleiben und wenn die Eigentümer Mietergärten anlegen wollen, dann können sie das auch machen. Allerdings schloss das Bezirksamt aus, dass die Grünfläche im Innenhof zu einer öffentlichen Fläche wird. Der Innenhof soll ausschließlich von den Mietern genutzt werden. "Wir wollen damit die Entwicklung sozialverträglich gestalten", meinte Oliver Türk vom Planungsamt. Im Innenhof sind noch drei Flächen vorhanden, auf denen neu gebaut werden kann. Aber auch dabei sieht die Konzeption Einschränkungen vor, ein Neubau dürfe die anderen Gebäude nicht verschatten. Allerdings räumte Türk ein, dass das Bezirksamt keinen Einfluss auf die Mieten hat. Das sei eine Entscheidung der Vermieter.

Das Stadtplanungsamt verwies darauf, dass die beiden Kitas im Innenhof erhalten und ausgebaut werden sollen. So ist bereits der Ausbau der einen Kita von 50 Plätzen auf 100 Plätze vorgesehen. Das Stadtplanungsamt bestätigte, dass alte Pläne, zwischen den Blöcken eine Verbindungsstraße mit neuen Wohnhäusern zu bauen, nicht mehr realisiert werden sollen.


Klaus Tessmann / KT
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