Spielzeug und Kleidung zum Nulltarif: Eltern mit wenig Geld können in der „Krabbelkiste“ mit Punkten einkaufen

Steve Schelinski ist der Verantwortliche in der "Krabbelkiste". (Foto: Schilp)
Berlin: Krabbelkiste |

Neukölln. Hier werden Kindersachen verschenkt: Vor einigen Wochen hat die „Krabbelkiste“ an der Sonnenallee 320 eröffnet. Die Mitarbeiter freuen sich auf noch mehr Kunden und Spender.

Zu finden ist der Laden einige Meter von der Straße entfernt, an einem kleinen Platz, dem Sonnencenter. Der Hauptakzent liegt auf Kleidung für Babys und Kinder bis zehn Jahren. Aber auch für Ältere ist etwas im Angebot. Es gibt Hosen, Kleider, Pullis, Blusen, Hemden, Jacken, Schuhe und sogar Unterwäsche. „Alles wird von uns gewaschen und sortiert, wir geben nichts raus, was in einem schlechten Zustand ist. Wir verstehen uns eher als Second-Hand-Laden und nicht als Kleiderkammer“, sagt Projektleiter Steve Schelinski vom Trägerverein „Senioren-, Jugend- und Bildungsnetzwerk“ (SJB).

Nicht nur die Bewohner der High-Deck-Siedlung seien willkommen, sondern alle Neuköllner. Es gilt jedoch eine Bedingung zu erfüllen: Ein ALG-II-Nachweis, auf dem die Kinder eingetragen sind, muss vorgelegt werden. „Wir achten auch darauf, dass unsere Kunden dann altersgerechte Kleidung aussuchen, die Sachen sollen ja nicht auf dem Flohmarkt weiterverkauft werden“, so Schelinski.

Das Ganze funktioniert nach einem Punkte-System: Für das erste Kind erhalten die Kunden 100 Punkte, für jedes Geschwisterkind 50 Punkte pro Monat. Die können dann ausgegeben werden. Eine Jeans kostet im Schnitt zehn, ein T-Shirt fünf Punkte.

Es gibt in der Krabbelkiste auch Größeres zu ergattern, zum Beispiel einen Autositz, ein Reisebettchen oder ein kleines Fahrrad. „Für einen Kinderwagen in tollem Zustand können auch mal 60 Punkte fällig werden“, sagt Schelinski. In den Regalen finden sich außerdem Spielzeug, Stofftiere, Bilderbücher, Malsachen, Märchenfilme, PC-Spiele und einiges mehr.

Guterhaltene Spenden werden immer gesucht, sie können vorbeigebracht werden oder ein Krabbelkiste-Mitarbeiter holt sie ab. Angst, dass der Laden aus den Nähten platzt, hat Schelinski nicht. „Was schön ist, geht immer gut weg“, sagt er. Außerdem gibt es einen Lagerraum im Sonnencenter – und das Mutterhaus an der Pankower Hauptstraße 5 im Ortsteil Wilhelmsruh. „Das ist größer, dort bieten wir zum Beispiel auch Möbel an.“ Der Projektleiter ist für beide Einrichtungen verantwortlich, so können Dinge hin und her vermittelt werden.

Am besten, Interessierte kommen vorbei, schauen sich um und erzählen, was sie benötigen. Die Sprachbarrieren sind gering: Vor Ort sind Mitarbeiter, die türkisch, arabisch und polnisch sprechen. Sie sind als MAE-Kräfte dort eingesetzt, die häufig auch als Ein-Euro-Jobber bezeichnet werden. Geöffnet ist werktags von 9 bis 14 Uhr. sus

Wer etwas spenden möchte, melde sich bitte unter  50 18 65 89 oder krabbelkiste-nk@sjb-netzwerk.de
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