Hermannstraße sicherer machen

Hermannstraße, Ecke Kienitzer Straße: Die beiden weißen Autos stehen vor der Ampel im absoluten Halteverbot. (Foto: Schilp)

Neukölln. Mitte Juni ist ein Radfahrer nach einem Unfall auf der Hermannstraße gestorben. Nun wird im Bezirksamt darüber nachgedacht, wie die Ecke sicherer werden kann.

Wie berichtet, hatte ein Mann an der Einmündung zur Kienitzer Straße im absoluten Halteverbot geparkt und plötzlich seine Autotür geöffnet. Der 55-jährige Radler, der den Wagen überholen wollte, prallte dagegen. Einen Tag später erlag er seinen schweren Kopfverletzungen.

Wenige Tage später traf sich Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) mit Vertretern von Polizei und vom „Volksentscheid Fahrrad“ an der Unfallstelle. Einen Radweg gibt es dort nicht, sondern nur eine markierte sogenannte Radfahrfurt an der Ampel.

Folgende Vorschläge wurden erarbeitet: Das absolute Halteverbot wird um eine Pkw-Länge erweitert, das betreffende Schild versetzt. Dabei falle ein Pkw-Stellplatz weg, so die Bürgermeisterin.

Damit Autofahrer das Halteverbot auch wirklich beachten, wird die Zone als Sperrfläche markiert und es werden Poller aufgestellt. Außerdem ist geplant, die Radfahrfurt vor der Ampel zu verlängern.

Das Bezirksamt sei aber nicht befugt, in diesen Fragen zu entscheiden. „Die Hermannstraße gehört zum Hauptverkehrsstraßennetz. Deshalb müssen alle Maßnahmen von der Verkehrslenkung Berlin geprüft und angeordnet werden“, so die Bürgermeisterin. Sie habe die Vorschläge dort vorgelegt und um schnellstmögliche Entscheidung gebeten. Wenn die Verkehrslenkung ihr Okay gegeben habe, würde sofort zur Tat geschritten.

Grundsätzlich müssten bei der Anordnung von verkehrlichen Maßnahmen immer die Belange aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigt werden, betont Giffey. Zwar dürften für Radfahrstreifen im Einzelfall Parkplätze wegfallen, aber die „Wirtschafts- und Nahversorgungsfunktion“ der Hermannstraße müsse aufrechterhalten bleiben – und dazu gehörten nun mal ausreichend Stellplätze und Ladezonen. Das Bezirksamt könne sich jedoch durchaus vorstellen, Grundlegendes zu ändern. Die Idee ist, den Autoverkehr nur noch einspurig in jede Richtung rollen zu lassen und Radwege zu markieren. Die Seitenstreifen stünden dann als Park- und Ladezonen zur Verfügung. „Aber auch hier muss die Verkehrslenkung entscheiden“, so Giffey.

Ein erster Schritt sei es, ein Gutachten zur Verbesserung der Verkehrssituation für Radfahrer auf der Hermannstraße in Auftrag zu geben. Das Geld dafür würde nun bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz beantragt, versichert die Bürgermeisterin. sus
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