Bürgermeister on Tour: Michael Müller im Gespräch mit Managern, Künstlern und Bürgern

Michael Müller trug sich, so wie auch alle anderen Senatsmitglieder, im Beisein von Bürgermeister Matthias Köhne ins Goldene Buch Pankows ein. (Foto: Bernd Wähner)
 
Michael Müller (vorn links) ließ sich von Stadler Pankow-Geschäftsführer Ulf Braker (Mitte) die Produktpalette des Unternehmens in einer Montagehalle erläutern. (Foto: Bernd Wähner)

Pankow. Einen ganzen Arbeitstag verbrachte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am 19. Juli in Pankow.

Morgens leitete er zunächst die reguläre Sitzung des Senats, die diesmal im Rathaus an der Breiten Straße stattfand. Im zweiten Teil dieser Sitzung stießen Bürgermeister Mathias Köhne und die Pankower Stadträte hinzu. Mit ihnen diskutierten die Senatsmitglieder Konzepte zur weiteren Entwicklung des Bezirks und Probleme, die das Bezirksamt sieht und bei denen Unterstützung des Senats benötigt wird.

Pankow ist als Standort für den Wohnungsbau für den Senat besonders wichtig. „In diesem Bezirk werden in absehbarerer Zeit 400 000 Menschen leben“, sagt Michael Müller. „Mit diesem Bevölkerungswachstum stehen wir vor großen Herausforderungen. Das betrifft nicht nur den Wohnungsbau, sondern auch die soziale und die Verkehrsinfrastruktur. Zu diesen Themen haben wir uns mit dem Bezirksamt ausgetauscht.“

Bürgermeister Köhne bezeichnet das Gespräch mit dem Senat als konstruktiv. „Wir haben unsere Positionen zu dem, was wir vom Senat erwarten, deutlich gemacht. Nun hoffen wir auf entsprechende Unterstützung“, sagt er. Nach dem Termin im Rathaus begab sich der Regierende Bürgermeister gemeinsam mit Köhne und einzelnen Senatoren auf eine Tour durch den Bezirk.

Besuch bei Stadler

Pankow als Wirtschaftsstandort
konnte Müller im Ortsteil Wilhelmsruh kennenlernen. Hier hat der Schienenfahrzeugbauer Stadler Pankow GmbH seinen Firmensitz. Mit 1100 Beschäftigten zählt er zu den größten Industrieunternehmen in der Stadt. Stadler baut nicht nur Schienenfahrzeuge für Städte in Europa: Das Unternehmen stellt auch Bahnen her, die in Berlin im Einsatz sind beziehungsweise sein werden. Zum einen werden für die BVG die neuen U-Bahnzüge gebaut. Zum anderen erhielt das Unternehmen kürzlich im Konsortium mit Siemens von der Deutschen Bahn einen Großauftrag zur Lieferung von 382 neuen S-Bahnwagen für den Berliner Ring. Michael Müller informierte sich unter anderem über Ausbildung, Mitarbeiterqualifizierung und die Produktion bei Stadler. Er erfuhr von Geschäftsführer Ulf Braker und Eigentümer Peter Spuhler, dass das Unternehmen stätig weiter wächst und volle Auftragsbücher hat.

Kunst und Wohnen

Pankow als Kulturstandort
konnte der Regierende Bürgermeister am Atelierhaus an der Prenzlauer Promenade 149-152 kennenlernen. „In unserem Atelierhaus arbeiten zurzeit 80 Künstler“, berichtet Pedro Boese vom Künstler-Verein. Das Gebäude beheimatete einst die Akademie der Wissenschaften der DDR. Die leerstehende Immobilie ging später an den Liegenschaftsfonds. Der vermietete Räume an Künstler. 2012 wurde bekannt, dass sich der Liegenschaftsfonds von diesem Gebäude trennen will. Hier sollten Wohnungen entstehen. Dagegen machten die Künstler erfolgreich mobil. Bildungssenatorin Sandra Scheeres entwickelte eine Vision für den Standort. Die Immobilie sollte an die landeseigene berlinovo übertragen werden. Diese könne zum einen Studentenwohnungen auf den Freiflächen bauen, zum anderen das Atelierhaus sanieren. Außerdem wird eine Kita vom Bezirksamt gebaut.

Diese Vision ist inzwischen auf einem guten Weg. Berlinovo ist inzwischen Grundstückseigentümerin. Nach Stand der Dinge wird sie ab Herbst mit dem Bau von 310 Studenten-Appartements beginnen. Danach wird das Atelierhaus saniert. Dass die Künstler in die Planung mit einbezogen werden, und vor allem der Keller ebenfalls für die Künstler ausgebaut wird, darum bat Pedro Boese die anwesenden Senatsmitglieder.

Pankow als Bildungsstandort konnte Michael Müller an einer weiteren Station seines Pankow-Tages erleben. Weil es im Bezirk immer mehr Schüler gibt, als Platz in Schulgebäuden ist, werden Modulare Ergänzungsbauten (MEB) an Schulen errichtet. Einer davon entstand an der Klecks-Grundschule an der Brixener Straße 40. „Wir haben bislang 360 Schüler in 15 Klassen“, sagt Schulleiter Niklas Statenwerth. „Ab dem kommenden Schuljahr sind wir bereits 400 Schüler in 17 Klassen. Ohne den Ergänzungsbau würden wir nicht alle Schüler iunterbringen können.“ Müller ließ sich dann von Schülern durchs MEB führen, erfuhr dabei auch gleich mehr über den Alltag der Schüler in dieser gebundenen Ganztagsschule.

Im Gespräch mit Pankower Bürgern bekam Michael Müller am späten Nachmittag im Kulturzentrum Willner-Brauerei-Berlin an der Berliner Straße mit, was den Pankowern unter den Nägeln brennt. Unter anderem ging es dabei um Themen, wie das Bauprojekt Pankower Tor, um Verkehrs- und soziale Infrastruktur und auch um das Thema Flüchtlingsunterkünfte. BW
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