Neue Chance für das Grillen: FDP bringt Kienhorstpark als Pilotprojekt ins Spiel

Reinickendorf. Lange Zeit war es im Bezirk strikt verboten, in den kommenden Jahren könnte es wieder möglich werden: Grillen auf öffentlichen Flächen.

Der Bauausschuss der Bezirksverordntenversammlung plädierte bei Enthaltung der CDU mit den Stimmen aller anderen Parteien dafür, zu prüfen, ob öffentliche Grillstellen im Bezirk ausgewiesen werden können. Ein Auftrag an das Bezirksamt ist das noch nicht. Vor der endgültigen Entscheidung der Bezirksverordneten beraten darüber noch drei weitere Ausschüsse.

Allerdings zeigen sich jetzt schon die Veränderungen in der Haltung der Parteien. In den beiden vergangenen Legislaturperioden war die SPD mit entsprechenden Vorschlägen gescheitert. Der damalige Baustadtrat Martin Lambert wie auch Bürgermeister Frank Balzer (beide CDU) hatten dies mit Verweis auf die Kosten durch Vermüllung und Beschädigung von Grünflächen abglehnt. Als Grillen an drei Stellen im Bezirk noch möglich war, kamen an einem Wochenende schnell 13.000 Euro an Kosten auf die Verwaltung zu. Jetzt brachte die FDP das Grillen wieder ins Gespräch, unterstützt von der CDU-Fraktion und der Linken. Gilbert Collé (SPD) zeigt sich dann auch begeistet von der „Lernfähigkeit der CDU“. Allerdings sind sich CDU und FDP in Details nicht einig. So hätte die CDU gerne einen wie auch immer definierten Betreiber, der zum Beispiel auf Sauberkeit und Ordnung achtet. Deshalb auch die Enthaltung der CDU im Ausschuss angesichts des FDP-Antrags.

Öffentliche Grillplätze können das Problem lösen und neue schaffen

Für die SPD zeigte sich Gerald Walk übezeugt, dass öffentliche Grillplätze illegales Grillen verringern oder gar verhindern. So fiele ohnehin weniger Müll an. Andreas Rietz (Bündnis 90/Die Grünen) schlug für öffentliche Grillplätze unterirdische Müllcontainer vor, warf aber auch die Frage auf, ob die Plätze ohne Regeln funktionieren: „Was ist, wenn mehrere Gruppen gleichzeitig grillen möchten?“

Im Ursprungsantrag der FDP war der Kienhorstpark als Pilotprojekt genannt worden, allerdings sollte das Bezirksamt auch weitere Flächen im Bezirk vorschlagen. Kommende Sitzungen zum Grillen haben also noch reichlich Gesprächsstoff. CS
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