Urenkelin übergab Kiste mit Dokumenten
Über den Kaufmann Gerhard Puchmüller ist nur wenig bekannt

Ulrich Kasper im Vestibül. Die Wandmalereien stammen aus der Zeit, als Gerhard Puchmüller im früheren Gutshaus lebte.
  • Ulrich Kasper im Vestibül. Die Wandmalereien stammen aus der Zeit, als Gerhard Puchmüller im früheren Gutshaus lebte.
  • Foto: Bernd Wähner
  • hochgeladen von Bernd Wähner

Er war einst Besitzer des Gutshauses Hohenschönhausen an der Hauptstraße 44: Gerhard Puchmüller. Doch über ihn ist nur wenig bekannt.

Dabei gehörte der Kaufmann Gerhard Puchmüller in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu den vier großen Machern im heutigen Alt-Hohenschönhausen. Gemeinsam mit Henry Suermondt, Julius Große-Lege und Feodor Goecke nahm er die Parzellierung des ehemaligen Ritterguts Hohenschönhausen und den Bau von Häusern mit der eigens gegründeten „Grunderwerbs- und Bau-Gesellschaft zu Berlin“ in die Hand.

Bekannt ist auch, dass Kaufmann Puchmüller mehrere Jahre im Gutshaus, das heute als Bürgerschloss Hohenschönhausen bekannt ist, lebte. Er nahm dort größere Umbauten vor. Auch die beeindruckenden Wandmalereien und Stuckaturen im Vestibül entstanden in der Zeit, als er das Haus bewohnte. Sie gehören mit zu den am besten erhaltenen Werken dieser Zeit in ganz Berlin.

„Anders als nach Suermondt, Große-Leege und Goecke ist nach ihm in Alt-Hohenschönhausen allerdings keine Straße benannt. Von Gerhard Puchmöller gibt es auch kein Bild, und von ihm wissen wir vergleichsweise sehr wenig“, berichtet Ulrich Kasper vom Vorstand des Fördervereins Schloss Hohenschönhausen, der zu Puchmüllers Leben recherchiert.

Umso erfreuter war Ulrich Kasper, als er kürzlich eine Urenkelin des Kaufmanns im Schloss Hohenschönhausen begrüßen konnte. Deren Großmutter war eine Tochter des früheren Schlossherren. Allerdings wurde sie von der Schwester Puchmüllers adoptiert und aufgezogen. So erfuhr sie nicht viel von ihrem leiblichen Vater.

Auf die Urenkelin wurde Ulrich Kasper durch Unterlagen aufmerksam, auf die er bei einer Erbenermittlung stieß. „Sie konnte uns zwar nicht mit Informationen zum Schicksal von Puchmüller weiterhelfen“, berichtet Kasper. „Aber sie übergab uns eine große Kiste mit Dokumenten und Fotos aus der Familiengeschichte. Deren Inhalt arbeiten wir jetzt nach und nach auf.“ Zu Gerhard Puchmüller, dessen Spuren als Bewohner sich heute noch im Schloss Hohenschönhausen finden, wird Ulrich Kasper weiter recherchieren. Er hofft, auch irgendwann einen Hinweis darauf zu finden, warum nach ihm keine Straße benannt wurde, so wie nach den anderen drei Männern, die Hohenschönhausen Ende des 19. Jahrhunderts prägten.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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