Pächter werden Eigentümer
Bezirksamt treibt Verkauf von Gartengrundstücken in Biesenhorst voran

Das Bezirksamt versucht, das Siedlungsgebiet Biesenhorst weiter zu entwickeln. Allerdings sind die Verhältnisse in dem ehemaligen Kleingartengebiet mit 304 Parzellen kompliziert.

Die Grundstücke im ehemaligen Kleingartengebiet sind von der Entwicklung abgehängt und es gibt im Grunde keine öffentliche Infrastruktur. Die Straßen sind eng, teils unbefestigt oder nur gepflastert und die Häuser sind noch nicht an das Versorgungs- und Entsorgungsnetz der Wasserbetriebe angeschlossen. Schuld daran sind jahrzehntelang unklare Verhältnisse.

Nach der Wiedervereinigung erkannte die Bundesrepublik das Gelände nicht mehr als Gartenland an. Ein großer Teil der Pächter hatte bereits richtige Häuser auf den Grundstücken gebaut und wohnte dort. 2012 wurde das Gebiet an den Berliner Liegenschaftsfonds übertragen, um die Grundstücke an die Meistbietenden zu verkaufen. Dies führte zu großer Verunsicherung unter den Pächtern. Sie befürchteten, ihre Grundstücke zu verlieren.

Der Bezirk nahm schließlich 2016 das Gebiet vom Liegenschaftsfonds zurück.  Er wollte garantieren, dass das Siedlungsgebiet aus einer Hand weiter entwickelt wird. Das Ziel, den höchst möglichen Preis für die Grundstücke zu erzielen, wurde aufgegeben. Stattdessen wurde den Pächtern ein Vorkaufsrecht eingeräumt.

Inzwischen haben mit Frist 31. Dezember 2017 insgesamt 190 der noch 241 Pächter ein Kaufinteresse signalisiert. 125 von ihnen haben Kaufanträge gestellt. Dies geht aus einem Bericht des Bezirksamtes hervor. Der vom Bezirksamt angebotene Quadratmeterpreis lehnt sich an den aktuellen Bodenrichtwert von 320 Euro an und variiert abhängig von vorhandenen Anschlüssen und beispielsweise der Belästigung durch Lärm. „Für jedes Grundstück wird der Kaufpreis konkret ermittelt“, erklärt Immobilienstadträtin Juliane Witt (Die Linke).

Bis Ende des vergangenen Jahres wurden 83 Parzellen besichtigt und der Grundstückszuschnitt so festgelegt, dass es keine Probleme mit den Zielen der noch in Arbeit befindlichen Bebauungspläne gibt. Zwischenzeitlich wurden 72 Kaufangebote versandt und 53 Pächter nahmen ihr Kaufangebot an.

Für die Grundstücke mit älteren, spätestens bis 2007 abgeschlossenen Pachtverträgen, wurde entsprechend eines Gutachtens des Vermessungsamtes auch ein neuer Pachtzins festgelegt. Dieser erhöht sich von 1,49 Euro auf 1,95 Euro pro Quadratmeter und Jahr.

Autor:

Harald Ritter aus Marzahn

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