Ottonen und Buddhisten im Norden
Stadtführung: Am 20. Juli 2019 geht's zum Ludolfinger und Zeltinger Platz

Zur 174. Führung der Berliner Woche lade ich Sie nach Frohnau, zum Ludolfinger und Zeltinger Platz ein.

Es sind die nördlichsten, gleichzeitig auch die jüngsten Doppelplätze Berlins, Zentrum einer gepflegten Einfamilienhausgegend, von Parkzügen und Gärten, getrennt vom Graben der S-Bahn Linie 1, aber gleichzeitig über Brücke und Bahnhof verbunden, die im Jahre 1910 eingeweiht wurden. Bis 1925 fuhr die Vorortbahn Richtung Oranienburg unter Dampf, seitdem gibt es elektrischen Betrieb, mit Nachkriegsbahngeschichten zwischen Abriss und Wiederaufbau, Teilung und Stillegungen. Der letzte Bahnhof auf Berliner Gebiet hat so manches erlebt.

Ein Stadttor gab es hier nie. Dafür überragt das im damals modernen Reformstil errichtete Bahnhofsgebäude bis heute der 30 Meter hohe Casinoturm, einst als weithin sichtbarer Mittelpunkt der neuen Siedlung geplant.

Gleich vom Bahnhof fällt der Blick über den Zeltinger auf einen mächtigen ziegelroten Kirchenbau. Der ist im Stil einer mittelalterlichen Wehrkirche in den 30er-Jahren von den Krüger-Brüdern errichtet worden. Damals bekamen auch die beiden Plätze ihre Namen, der Zeltinger nach einem Weinort bei Trier an der Mosel und der Ludolfinger nach dem Adelsgeschlecht, das vor über 1000 Jahren mit Otto I. einen Herrscher hervorbrachte, der zuerst Sachsenherzog, dann König und schließlich römisch-deutscher Kaiser wurde. Man spricht auch von der Ottonischen Kunstepoche. In der Kirche gedenkt man längst auch dem Träger des Friedensnobelpreises von 1936, Carl von Ossietzky.

In Frohnau findet sich der nördlichste buddhistische Tempel Berlins – das Buddhistische Haus, erbaut 1925 von Dr. Dahlke. der als Deutscher mit der Theravada, der ältesten Schule des Buddhismus, verbunden war. Heute steht Tissa Weeraratna dem Haus vor, das Buddhas Lehre von der Liebe und Achtsamkeit weitergibt.

Der Spaziergang beginnt Sonnabend, 20. Juli, 11 Uhr. Treffpunkt ist der Garten des Buddhistischen Hauses, Edelhofdamm 54/Ecke Enkircher Straße. Verkehrsverbindung: S 1 bis Berlin-Frohnau, über den Zeltinger Platz, 10 Minuten Fußweg entlang des Edelhofdamms vorbei am Josef Brix und Felix Genzmer Park. Die Führung ist für Leser der Berliner Woche kostenlos. Allerdings ist eine Anmeldung erforderlich: am Freitag, 19. Juli, von 10 bis 12 Uhr anrufen unter der Rufnummer 887 27 74 14.

Autor:

Bernd S. Meyer aus Mitte

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