Die Geschichte der Kolonie Grünau
Neues Buch schildert 270 Jahre von der Gründung bis zur Gegenwart

Die erste Berliner Segelregatta fand 1868 auf der Dahme bei Grünau statt.
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  • Die erste Berliner Segelregatta fand 1868 auf der Dahme bei Grünau statt.
  • Foto: Repro: Drescher
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Vor 270 Jahren wurde auf Befehl von Friedrich dem Großen die Kolonistensiedlung Grünau gegründet. Erste Bewohner waren Siedler aus der Pfalz, ihre Namen, darunter Peter Lamers und Johann Adam Lippold, stehen noch heute auf einigen Straßenschildern.

Auf fast 400 Seiten hat Helgunde Henschel vom Heimatverein Köpenick nun Ortsgeschichte und Entwicklung ausführlich geschildert. Beschrieben werden Gewässer wie Dahme, Langer See und Krumme Lake, die Entwicklung der Kirchengemeinde, die Friedhöfe und das Verkehrswesen. Immerhin hatte Grünau seit 1867 Bahnanschluss auf der Görlitzer Eisenbahn, die vom nahen Berlin über Cottbus nach Görlitz verkehrte. Laut Fahrplan vom 1. Mai 1904 fuhren über Grünau 412 Vorort- und 16 Fernzüge, hat die Autorin herausgefunden. Im November 1928 kam die S-Bahn hinzu, deren elektrische Züge vor der Betriebswerkstatt vor Ort gewartet wurden.

Ein größeres Kapitel ist dem Wassersport gewidmet. Immerhin fand hier 1868 die erste Berliner Segelregatta statt. Über 30 Boote schipperten von der Rohrwallinsel zur Bammelecke und zurück. Ein Höhepunkt waren sicherlich die Olympischen Spiele 1936. Aus dieser Zeit stammen die Regattahäuser und die Tribüne, die gerade denkmalgerecht saniert wird. Die deutschen Ruderer erkämpften auf der Dahme fünf Gold-, eine Silber und eine Bronzemedaille. Ein Extrakapitel ist Grünaus Gaststättengeschichte gewidmet. Aufgeführt sind lange vergessene Lokale wie „Zum weißen Mohr“, „Zum alten Fritz“ oder das „Bahnhofsrestaurant Kusch“. „Gesellschaftshaus“ und „Riviera“ werden gerade umgebaut und erhalten als Seniorenresidenz eine neue Bestimmung. Und in „Kaffee Liebig“ und „Hanff's Ruh“ können Grünauer und ihre Gäste auch heute noch einkehren.

Ebenfalls im Buch: Wissenswertes zur medizinischen Versorgung, zum Industriestandort Grünau, zur Freiwilligen Feuerwehr und zur legendären Campingausstellung zu DDR-Zeiten.

Die Autorin Helgunde Henschel (83) lebt seit Jahrzehnten in Grünau. Die promovierte Philologin hat im Bereich Sprachwissenschaft der Akademie der Wissenschaften gearbeitet. Seit dem Ruhestand befasst sie sich mit der Ortsgeschichte von Grünau. Sie ist Mitglied im Heimatverein Köpenick, der das Buch „Grünau im Südosten Berlins“ heraus gegeben hat. Erschienen ist es im trafo Verlag, www.trafoberlin.de, und kann dort für 24,80 Euro oder über jede Buchhandlung bestellt werden. ISBN 978-3-86465-099-4.

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